Teil eines Werkes 
53. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 3. Band (1840)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schlaftrunkener zu allem ſah. Während deſſen öfſnete Jan die anſtoßende Schaßzkammer und befahl, dieſelbe auszuleeren. Es geſchah. Die Kleinodien vom höch⸗ ſten Werth wurden in Säcke vertheilt. Die Krone Zions, das Schwert, die Sporen und das Zepter des Königs wurden auf die Tafel geſtellt, um ihrer Inwelen emkleidet zu werden.

Jakob, der ſich mittlerweile mit dem Siegelring des Königs und einem geheimen Auftrag deſſelben entferut hatte, kehrte ſchnell zurück und führte den Jüngling Chriſtoph Waldeck in den Saal, der in ſeiner Verwir⸗ rung einer Räuberſchenke glich. Chriſtoph, hager und bleich wie der Tod, ſchenkte dem vielen blitzenden Golde kaum einen Blick. Norbert ſaß gleichfalls ſtumpf und verloren neben den Schätzen.

Dieſer Knabe wird uns als eine Geißel begteiten, ſagte Bockelſon:ich vertraue ihn Deiner Obhut, Jakob. Friſch an's Werk. Nehmt dieſe Fackeln, ladet enre Bürde anf. Zion wird ſtannen, wenn es morgen als Republik erwacht.

Was ſoll aus Margitta werden? fragte Jakob demüthig bittend. Der König erwiederte granſam:Sie büße ihre Frevel in den Flammen des Biſchofs oder des Mordbrands.Unſere Schweſter! erinnerte der Bru⸗ der Jakob mit rührendem Flehen.Sie ſterbe, ſie vergehe, ſie bleibe zurück! nahm Diwara trotzig das Wort, dann wendete ſie ſich ſchmeichelnd zum alten Chorherrn: Jeto, mein Vater, erfüllt ener Wort und Verſprechen.

Was ſoll ich? fragte der Greis, wie aus dem Schlaf erwachend.

Bockelſon ſchüttelte ihn.Wo iſt die Thüre? Ge⸗ ſchwinde, eile. In dieſem Saale, ſagſt Du?

O Norbert! wehklagte Chriſtoph:Ihr habt mir einſt das Geheimniß zu meinem und des Biſchofs Heil entdecken wollen und verkauft es jetzo an die Ketzer?