Dem König wurde das Auge naß, wie von Thränen, weil der Zauber der Jugendtage noch aus ihrem Grabe heraus ſo mächtig wirkt, daß ihm der härteſte Panzer von Stolz und Sünden nicht widerſtehen mag.— Da nun Helcueper vollends mit bewegter Stimme zu ſingen anhob: „Liebes Mäuslein Zick zack zick, Hilf mir bei der Scheere, SEs girt des Schneiders Meiſterſtück, Ach, daß es fertig wäre! Zicke, zacke, zick, Mäuslein, bring mir Gluͤck!“
da ſprang Bockelſon auf, lief haſtig hin und her, und hob an, wie ein verwirrter Menſch:„Das muß wiederkom⸗ men, Diwara hat mir zuerſt das Lied geſungen;— wir waren dazumal ſo jung,— und ſo rein, ſo kenſch.. o pfui des elenden Madenſacks, den ſie einen Menſchen nennen! Meine Freunde, ich will ſterben, wie ich an⸗ fing zu leben. Ich habe die Macht dazu... ich will mich und euch glücklich machen, aber wer nicht ſchweigen kann
Er unterbrach ſich, und ſeine Blicke flammten bald in Hazenbrookers, bald in Heleuepers Augen, während ſeine Finger krampfhaft mit dem Dolche ſpielten, der an ſeinem Gürtel ſteckte.— Die zu Vertrauten auserleſenen Tafelgenoſſen warteten des Weitern wie verſteinert.
Indeſſen öffnete ſich die Thüre, und Diwara fragte hereinſchauend:„Darf ich eintreten? Werden dieſe Männer bleiben, oder“—
„Herein! neue Gäſte kommen, unſere Freuden zu er⸗ höhen!“ befahl der König mit der Luſtigkeit eines Tigers. Seine Wehmuth war in zitternde Aufregung umgewandelt.
Mit geheimnißvollen Schritten näherten ſich Diwara, Jakob, des Königs Bruder, und Reimenſchneider der Tafel. Sie ſührten den gichtbrüchigen, gekrümmten Prie⸗


