Teil eines Werkes 
53. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 3. Band (1840)
Entstehung
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furchtſam ihre Lagerſtätten ſuchten und die Decken über ihren Kopf zogen.

Der Konig prahlte dagegen mit einer ganz beſondern Heiterkeit.Laßt uns luſtig ſeyn! begann er zu dem bleichen Hazenbrooker und dem fiünſtergewordenen Hof⸗ narren:Die Nacht iſt noch nicht zur Hälfte abgelau⸗ fen, der Wein ſoll nicht in den Kammern verrauchen. Schemmtringk, der Credenzer und mein Tafeldecker ſind in der Vorkammer bereit, die Becher friſch zu füllen. Noch haben wir Licht genug, um uns einzubilden, wir ſäßen in einer Herberge, die Letzten einer fröhlichen Ge⸗ ſellſchaft. Mache Poſſen, Helcueper, Vetter von Sach⸗ ſen, laß Deine Larve fallen, und lüge uns ein luſtig Stücklein vor. Laßt uns eine Stunde dieſer unruhigen Sturmnacht kürzen!

Hazenbrvoker ſagte:Wie ſollen uns Poſſen und Mährchen auf die Zunge kommen, während vor dieſen Fenſtern der Hofprophet mit dem Tode ringt 2

Worauf der König:O Du ungeſchickter Comödiant! Sahſt Du nicht hundertmal auf unſern Schaubühnen ganze fürſtliche Geſchlechter ſterben, auf Deinen Befehl? Und ſage mir nicht, daß ein Schauſpiel etwas Anderes ſey, als das Menſchenleben ſelbſt. Ein Jeder von uns ſagt ſeine Lection, wie das Schickſal ſie ihm in den Mund legt, ein Jeder prunkt mit abenteuerlichen Lappen, bis der Tod ſie ihm auszieht. Was bleibt dann, wenn das Grab uns verſchlungen hat? Deine churfürſtliche Gna⸗ den und meine Majeſtät werden vermodern, wie die Reſte geſalbter und gekürter Herren, von denſelben Würmern verzehrt.

Vetter, biſt Du nicht gekürt und geſalbt, wie Deine Genoſſen auf den Thronen? fragte Helcueper verſchmitzt. Sey nicht allzudemüthig, Vetter, und laß auch dieſen edeln Herrn bei ſeinen Ehren. Wecke die nicht auf, die nicht glauben.