Teil eines Werkes 
53. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 3. Band (1840)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

222

Das Schwert wird durch das Land fahren, und es wird Deiner nicht ſchonen! Während Peter Bluſt dieſes begeiſtert und drohend ausrief, ſagte wieder Heleueper, die Haltung des Königs durchſpähend, zu ſich ſelbſt: Tragen im Dunkeln? durch die Wand brechen? bei mei⸗ ner Seele! ich glaube faſt, der König hat etwas der⸗ gleichen im Sinn. Ich muß mich vorſehen. Er barg geſchickt ein geſchliffenes Vorlegmeſſer in ſeinem Gewande. Peter Bluſt, deſſen Geiſt offenbar geſtört worden war, ſowohl von der blutbefleckten Vergangenheit, als von der ſo natürlichen Ahnung entſehlicher Zukunft, warf

ſich vor dem König nieder und jammerte:Bockelſon,

ich habe Dich verehrt als einen Götzen, und weiß jetzo, wie falſch Du biſt. Du haſt gegeſſen eitel Semmel und Honig und Oel; Du warſt überaus ſchön, und haſt das Königreich gewonnen. Aber weil unter den Heiden Dein Ruhm erſcholl, biſt Du verderbt geworden und haſt Uep⸗ pigkeit getrieben, daß Sodom, Deine Schweſter, nicht gethan hat, was Du. Büße vor Deinem Ende! Meue, mene, tekel!

Laß mich! rief Bockelſon und ſtieß den Prediger von ſich. Bluſt richtete ſich auf, und ſchrie aus vollem Halſe:Fahre nicht hin in Sünden, und waſche ab den Namen des Herrn, den Du geſchändet. Du wirſt dahin⸗ gehen in Rauch und Brand, nachdem Du Dein Brod ge⸗ geſſen mit Beben, Dein Waſſer getrunken mit Trübſal. Die Zeit iſt um. Thu' Buße!

Der König packte den Dränger bei dem Halſe und warf ihn den rieſigen Tylan zu.Stürze den Hund aus dem Fenſter! befahl er im hochſten Zorn, und der Maun in Leinwand flog unter'm Gelächter der Traban⸗ ten auf dem Domplatz nieder, wo er liegen blieb, ohne Laut, ohne Regung, wie eine der niedergeſtürzten Bild⸗ ſäulen der Kirche. Aber die Thäter überkam ob ihres Verbrechens ein ſolcher Schander, daß ſie ſchnell und