den ausgeſtorbenen, trümmervollen und in Pfützen ver⸗ wandelten Gaſſen lanſchte kein Menſch dem nächtlichen Eulenruf. Der Wind allein henlte ihn nach. Was noch lebte in der Stadt, ſchlief ohnmächtig und mäde.
Alſo kam der Herold an des Königs Palaſt, ſchrie ſein„Wehe, wehe, Jeruſalem!“ zu den hellen Fenſteru empor, und war bald, trotz Thlans und aller Thürhüter Widerſtreben, eingedrungen in den Saal des Königs, der ihm entrüſtet entgegen trat:„Was machſt Du, Peter Bluſt? Was beginnſt Du? Warum heulſt Du, daß ſelbſt mir das Herz in der Bruſt zittert? Iſt nicht ge⸗ nug, daß ich hinter jedem Pfeiler eines Mörders Schat⸗ ten zu ſeheu glaube? Muß noch Deine Thorheit auf⸗ ſtehen, mein Fieber zu reizen 2“
Der König griff, ſchmerzlich das Geſicht verziehend, an ſeine glühende, rothgefleckte Stirn. Peter Bluſt ſtand vor der Tafel, blies die Kerzen aus, daß nur die Leuch⸗ ter an den Wänden Helle verbreiteten, ſtürzte die Pokale um, und rief mit wehmüthiger Stimme:„Du Men⸗ ſchenkind Johann! Du wohnſt unter einem ungehorſamen Haus, und ich will Dich als ein Wunderzeichen ſetzen
dem Haus des Ungehorſams!“
Hazenbrooker, der mit Helcueper allein bei'm König geblieben war, fühlte, wie ſein Haar ſich ſträubte. Hel⸗ cueper ſagte vor ſich hin:„Der Hofprophet wittert die Leiche Iſraels.,
Peter Bluſt fuhr fort mit ſteigender Klage:„Die Laſt wird ſeyn gleich, dem König und den Stämmen Iſrael. Ihr Fürſt wird tragen im Dunkeln, er muß ausziehen durch die Wand, die der Feind brechen wird, und ich will mein Netz über ihn werfen, daß er in mei⸗ ner Jagd gefangen werde. Alſo ſpricht der Herr.“
„Du läſterſt!“ fuhr ihn Bockelſon an:„hinaus mit Dir!“
„Höre und merke, was der Maun, der in Leinwand gekleidet iſt, zu Dir ſagt: Thue Buße, Buße, Buße!


