Teil eines Werkes 
53. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 3. Band (1840)
Entstehung
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len, der andere, um ſeine Poſſen dem durchlauchtigen Schneider zur Gemüthsergötzung vorzumachen.

Keiner von Beiden ſprach ein Wort, ſie waren im Gedanken verloren. Der heulende Wind ſchnaubte den Schall ihrer Schritte unter ihren Sohlen weg. Daher wurden ſie nicht von Diwara bemerkt, die wieder mit halbverhüllter Leuchte und in ſchlechtem Aufzuge von der Domkirche herkam. Statt des Korbes hatte ſie jedoch diesmal einen Mann an der Seite, den ſie führte, wie eine Tochter ihren blinden Vater. Der Mann ging außer⸗ ordentlich ſchwerfällig, mit ſtarkgebogenem Rücken; ſein Prieſtergewand ſchleppte über ſeine Ferſen zur Erde; die Kapuze, wie ſie dazumal die Domherrn der alten Kirche oder der Paulusbrüderſchaft über ihre weißen Röcke beim Ausgehen zu tragen gewohnt waren, verhüllte des Strau⸗ chelnden Geſicht. Die Königin und ihr Begleiter ver⸗ ſchwanden in eine kleine Thür des Palaſts. Helcueper und der Tafeldecker, die ſtille geſtanden waren, bis die Nachtgänger vorüber, gaben ſich ein Zeichen mit den El⸗ lenbogen, und der erſtere murmelte:Aufgepaßt! es geht etwas Unrichtiges unter den Majeſtäten vor; das laß ich mir nicht nehmen. Aufgepaßt, Alter, daß uns nicht Fang, noch Belohnung zu Waſſer werde! Beim Scheiden war⸗ tete Jeder ſeines Dienſts.

Der König und ſeine Günſtlinge ſaßen und tranken. Die Herzoge ſchmausten vom Fett der Hofküche und wilde Freude belebte das Mahl, bis der König fröhlich den letz⸗ ten Trunk ausbrachte, mit den Worten:Der Vater hat die Reben geſegnet, daß ſie des Menſchen Herz er⸗ freuen ſollen, und ſtärken den Arm der Streiter. Wahr⸗ lich, ihr Helden und Fürſten der Welt! eine Prophezeiung ſtrömt auf dem Geiſte des Weins von Bacharach über meine Lippen. Der Herr wird zwiſchen heut und mor⸗ gen ein Wunder thun und Israel frei machen ohne Kampf und Morden. Der Vater will nicht ein großes Brand⸗