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wenn die Gefahr ſeinem Thurme nahen ſollte. Es iſt aber an der Zeit, daß der arme Knabe befreit werde; er läßt ſich vor Hunger ſterben.“
—„Ich will meine Aufſicht mit der Deinigen verei⸗ nen,“ ſagte Helcueper bereitwillig.„Der Knabe bringt uns Gold ein, ſchwerer, als er ſelbſt mit Haut und Haar.“
„Du haſt nur Geld und Lohn im Auge!“ tadelte Reimenſchneider. Dann drohte er dem Lachenden mit dem Finger, hinzuſetzend: Vergiß nicht, daß ich von Deinen Schlichen nicht weichen werde. Wärſt Du verſucht, mich oder den Gevatter in's Unglück zu bringen, ſo magſt Du's wenigſtens mit uns theilen.“ Helcueper betheuerte ſeine Aufrichtigkeit und ſchloß:„Glaubt ihr denn, daß ich dem Jan die Schläge und Mißhandlungen, womit er mich täglich beehrt, ſchuldig bleiben werde? Wer mich kennt, weiß, was er von mir zu halten. Aug für Aug, Zahn für Zahn. Der Zunftmeiſter Stuhldreher weiß zu ſagen, wie der luſtige Heleueper, wann er böſe iſt, den Leuten die Haut flickt. Genug daher und ſchweigt, wie ich ſchwei⸗ gen werde.“
Sie trennten ſich. Ramers bettete ſeine entſchlum⸗ merten Kinder ſanft, küßte ſie mit Vaterangſt und ſprach über ihren Häuptern einen herzlich gemeinten Stoßſeufzer zum Himmel. Dann löſchte er das Licht aus, verriegelte alle Thüren ſorgfältig, hing an die Treppye einen weißen Lappen, ein Schutzzeichen für ſeine armen Kleinen, und eilte leiſe, den Häuſermauern nach, in die windige und regneriſche Nacht hinaus.
Während er nach der Kreuzpforte ſchlich und an der innerſten Thüre, durch welche die Wachen zur Ablöſung in die Schanze zu gehen pflegten, das befeſtigende Seil heimlich durchzuſägen begann, gelangten Helcueper und Reimenſchneider auf den Domplatz; denn beide hatten Eile, der eine, um des Königs Nachtmahlzeit aufzuſtel⸗


