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Ein verwirrtes Geſchrei, das aus dem Bogen ſchallte, machte die Räthe des Biſchofs ſtutzen⸗ Sie hielten den Zügel an. Aber aus dem Thore ſprang ein fliehendes Weib mit flatternden Haaren und lief in die Ebene heraus, auf die Pferde der Herren zu. Ein Schwarm von bewaffneten Leuten folgte ihr geſchwinde und ſchrie hinter ihr drein:„Haltet, haltet die Abtrün⸗ nige auf!“
Das Weib ſtürzte zu den Füßen der Pferde nieder, umſchlang dieſelben und bat:„O ihr Männer von Gott geſendet, laßt mich lieber von den Hufen eurer Roſſe zermalmen, als daß ihr mich dieſen Bätteln ausliefert. Habt Barmherzigkeit mit einer Armen, die uur den Tod ſtatt eines Lebens voll Quat und Schmach herbeiſehnt!“
„Wir können Dir nicht helfen, Unglückliche!“ erwie⸗ derte ihr Mengersheim bewegt:„Wir bringen ſelber unſer Leben nach Münſter mit geringem Vertrauen zu Markte. Faſſe Dich; weiche von den bäumenden Thieren. Mache nicht, daß wir über Dein Blut in die Stadt der Verblendung einreiten.“
Schon waren die Verfolger zur Hand und rißen mit Schmähungen, die dem Flüchtling wie dem Kommenden galten, das Weib vom Boden auf. Ein Mann kam hinzu, flammend von Grimm und heftigem Laufen und ſchnaubte:„Haben wir Dich wieder. Du ungehorſame Here, Du widerſpenſtiges Weib? Weg mit ihr, meine Brüder. Schleppt ſie vor den Stuhl des Königs. Er mag ihr den Hals abſprechen. Ich werde mich hüten, eine Fürbitte einzulegen.“
Die arme Frau wurde bewußtlos fortgeſchafft. Die Abgeordneten folgten dem wilden Geläuf nachdenklich und langſam. Hinter dem Thore wurden ſie von den An⸗ führern der wiedertäuſeriſchen Kriegsmacht empfangen, die ihnen zu Roß eutgegen kamen. Da waren Gerlach von Wylen, und Lambert Leodius, die Kriegsherren; Nequam


