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Dann wendete er ſich zu dem alten Ritter, nmarmte ihn freundlich, zeigte ihn allen Leuten und rief:„Dieſer furchtloſe Mann hat Euers Biſchofs Leben erhalten! ver⸗ langt Mengersheim von Euerm Fürſten, was Ihr wollt. Ich gewähre es Euch, und es ſey weniger eine Belohnung Eurer Männlichkeit, als eine Genugthnung, die ich wegen meines Ungeſtüms Euch ſchuldig wurde. Fordert, mein würdiger Hofrath.“
Auf dem Plan ſchlugen wieder dumpfe Trommeln. Die Vollſtrecker des Urtheils über die eidbrüchigen Knechte wollten nicht länger warten.
„Schenkt jenen armen Leuten das Leben und die Hand, womit ſie ihr mühvolles Daſeyn im Herrenſold erfechten, 4 bat Mengersheim, beſcheiden, als hätte er kein Recht auf des Fürſten Gnade.
„Es ſey,“ antwortete Waldeck leutſelig;„verkündet ſelber ihnen das Heil.“— Dankbar küßte Mengersheim die Hand des Biſchofs, und bald klang Jubel und Muſik und Vivatgeſchrei auf dem Platze, wo nur Heulen und Zähnklappen geweſen war.
Noch ein Unglücklicher, zagend in Hoffnung und Zweifel, ſtand vor dem Herrn. Mit einem Kniefall flehte Sibing:„Wollt Ihr, ſürſtlicher Herr, nicht auch den begnadigen, der keinen geringen Antheil an der ſchnellen Entdeckung der Verſchwörung gegen Euer Leben hatte 2“
„Die Todesſtrafe ſey ihm erlaſſen,“ lautete der Be⸗ ſcheid des Biſchofs:„doch will ich ihn noch in meinem Gewahrſam halten. Wenn dieſer Mann für Dankbarkeit Sinn hätte, und nebſtbei Vertrauen auf meine fernere Erkenntlichkeit, ſo möchte er vielleicht das Werkzeng werden, mit deſſen Hülfe die Stadt wieder unter meine Botmäßigkeit käme.— Ich behalte mir vor, ſpäter mit Dir ausführlicher davon zu unterhandeln, Herrmann Ramers.“ g


