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nicht, daß durch meine Hände verrichtet werden ſolle, was einſt die Heldin von Bethulien an dem Aſſyrer gethan. Ich läugne aber nicht, daß ich Deinen Tod beſchloſſen hatte, gränlicher Tyrann und Menſchenverderber. Könnte ich mein Beiſpiel mit feuriger Schrift an den Himmel zeichnen, damit recht bald ein Nachfolger deſſelben erweckt weiden möchte! Vor meiner ſehuſüchtigen Rache, Blur⸗ hund, hat Dich der Moloch, den Du anbeteſt, gerettet. Wähne aber nicht, daß Du am Eude ſeyſt. Was nicht ich, das wird ein Andrer thun. Was nicht heute, das wird morgen geſchehen, und es ſteht geſchrieben. Der König von Münſter, der König der Gerechtigkeit in aller Welt hat es prophezeit, und die Apoſtel an ſeinem Stuhle haben mich geſegnet, als er mir die Hände auf⸗ legte, und mich zu meiner Sendung ſchmückte. Fluch Dir und Untergang allen Heiden! Israel wird obſtegen und ſeine Bänme iu Euerm Moder pflanzen. Trübſal und Elend über Euch! Ihr ſollt nicht einmal die Freude haben, Euch an meinen Martern zu weiden, denn des Königs Hand hat mich geweiht und feſt gemacht. Eure Flammen werden mir ſeyn wie kühl fächelnde Lilien und Palmen, Eure Schwerter werden wie Glas an meinem ſchlanken Nacken zerſplittern.“
Das Geſicht der Schwärmerin glühte, und eine dä⸗ moniſche Majeſtät lag darinnen ausgeprägt. Mit Ver⸗ achtung riß ſie die letzten Zierrathen von ihrem Gewande, mit Verachtung maß ihr unerſchrockenes Auge ihre Richter. — Der Biſchof, der eine Weile überlegend ihr gegenüber geſtanden, gab endlich das ſtumme Zeichen, ſie fortzu⸗ führen.
Erſt nachdem ſie, von Wachen umringt, den Söller verlaſſen, holte der Biſchof wieder leicht Athem, und ſagte mit gefurchter Stirne zu dem Droſt von Woubeck:„Ich gebe Euch eine Stunde Zeit, den Leichtſinn, womit Ihr mein Leben in Gefahr gebracht habt, wieder gut zu machen.“


