Teil eines Werkes 
53. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 3. Band (1840)
Entstehung
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ſtammelte er mit einem furchtbaren Blicke auf die Fremde, die ſich verlegen ab- und das Geſicht der Straße zuwendete.

Da begab es ſich jnſt, daß dem verbrannten Wilhelm Baſt ein Nachgänger folgen ſollte: der an den Galgen geſprochene Herrmann Ramers. Die Schergen führten ihn, den Troſtloſen, am Schloſſe vorüber, an ſeiner Seite ging der Cuſtos Sibing, der ihm vom Himmelreich und von ſeliger Vergebung redete. Es war natürlich, daß der Verurtheilte ſein thränendes Auge zu jenen Fernen erhob, die ſeine unſterbliche Seele aufnehmen ſollten. Von dem Söller neigte ſich ihm ein ſehr ernſtes, aber wohlbekauntes Geſicht, gleich wie ſchon aus dem Himmel zu, und da er neben der ernſthaften, hochzeitlich geſchmückten Frau den Biſchof ſelber ſah, den Herrn über Leben und Tod, ſo rührte ſich in ihm noch einmal der heftige Trieb der Selbſterhaltung, und er ſchrie mit ſtarker Stimme in die Höhe:Ach Hilla, Hilla, Phuiken's Tochter, die Du ſtehſt in wunderbarer Glorie und eine Auserwählte an der Seite des Fürſten von Münſter! bitte, bitte für mich, Deinen Bekanuten und Landsmann. Du haſt Dich bekehrt, ſchöne Hilla, ſonſt ſtändeſt Du nicht wie ein goldner Engel am Throne! aber auch ich bin wieder um⸗ gekehrt vom Verderben, und habe meine Irrthümer abge⸗ ſchworen. Bitte alſo für mich; daß ich lebe, o Hilla, denn der Tod des kaum Geneſenen iſt herbe!

Hilla, die wie eine Bildſäule von dem Altan ge⸗ ſchaut hatte, raffte ſich zuſammen, um der verderblichen Anrede zu entfliehen. Aber Mengersheims Fauſt hielt ſie zurück, und des Biſchofs drohende Frage wartHilla, was bedeutet das? woher keunt Dich jener Mann 26

Der Zug hatte unten angehalten. Des Verurtheilten Klaggeſchrei dauerte immer fort, unterſtützt von dem Rufen des Cuſtos nach einem Gnadenwort.

Und da auf Befehl des Biſchofs Hermann Ramers vor ihn gefordert wurde, und zitternd auftrat in Beglei⸗

Der Koͤnig von Sion. IMI. 3