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was Du unſerm gnädigen Herrn verheißen, aber bei meiner Seele ſchwöre ich: es iſt gelogen. Wer bürgt für Dich und Deine Wahrhaftigkeit? Der Droſt von Merfeld, der Leichtgläubigſte aller Menſchen? Es war keine Kunſt vonnöthen, den zu berücken, den ein Kind hinters Licht führen koͤnnte.— Oder Deine Schönheit? Auch der Teufel weiß ſich oft in eines reizenden Weibes Geſtalt zu verkleiden. Oder das verführeriſche Licht Deiner Augen? Herr Biſchof, Ihr habt noch nicht unterſcheiden gelernt, und die Erfahrung war noch nicht Eure Lehrerin. Es haben Euch bisher nur heuchleriſche Augen Liebe und Hoffnungen zugelächelt, der Greis verſteht ſich beſſer auf Weiberblicke. Seht in dieſes Weibes Augen, Graf Wal⸗ deck, ſeht, wie ſie mich anſtarren wie zielende feurige Pfeile, ſie würden mich vergiften, wenn's in ihrer Macht ſtande. Sie verhehlen nicht den Haß, den ſie gegen mich aus ſprudeln möchten. Sobald das Alter ſeinen Eispanzer um das eitle Menſchenherz gelegt hat, räumt die Ver⸗ führung das Feld und verſchmäht, die ohnmächtig gewor⸗ denen Waffen zu gebrauchen.— Oder— ſollte ich dem reichen Prunke glauben, der dieſe Späherin mit Gold und Edelſtein überſchüttete? Dieſer Prunk iſt geſtohlen, Herr Biſchof, denn die Kette, die ich an dem Halſe der Schlange ſehe, iſt die im Sturm von Telgte verloren gegangene Kette des Herrn von Plettenberg, an dem Gürtel der Schlange blitzt ein Kleinod aus der geplün⸗ derten Schatzkammer des Doms, auf ihrem Finger prahlt ein Ring des Freiherrn von Morrien, den ich wohl kenne. Laßt den Dechant, den Domherrn, den Oberſtallmeiſter beſcheiden. Ich will. ſchweigen und mein Leben laſſen, wenn nicht ein Jeder von ihnen das ihnen geraubte Gut wieder erkennt.“
Vor dieſer unerwarteten und buͤndigen Beſchuldigung verging dem Weib die Standhaftigkeit und der Biſchof wurde wankend in ſeinem Vertrauen.
„Wär' es möglich?“
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