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ein halbes Dutzend von ihnen der Willkür eines Reiters anvertraut, der mit der breiten Klinge ihre Rücken be⸗ arbeitete. Fahnen und Waffen der eidbrüchigen Kriegs⸗ lente wurden von den Steckenknechten des Lagers auf Karren nachgeführt. Der Pöbel lief mit und ſang den Beſchämten Spottlieder in die Ohren.— Der Biſchof vermißte unter den armen Sündern nur den Haupträ⸗ delsführer, den tapfern Albrecht Beltz. Er hatte ſich mit Hülfe der Dunkelheit nebſt ſeinen Fähndrichen der Niederlage entzogen.
Die ganze Menge der Meißner ſollte demungeachtet einer fürchterlichen Strafe nicht entgehen. Waldeck befahl dem Herrn von Uberſtein, nach Soldatenbrauch alſobald das Urtheil zu vollſtrecken.
„Laßt durch den Henker die Fahnen verbrennen und die Waffen über den Häuptern der Meineidigen zer⸗ brechen!“ lautete der Spruch des ſtrengen Herrn:„e der zehnte Mann ſtrecke ſeinen Hals; den Uebrigen haue man die Schwörfinger ab und ſchicke ſie geſchornen Kopfs und ehrlos von dannen.“
Als dieſes Urtheit unter Trommelſchlag verleſen worden war, erhob ſich unter den armen Soldaten ein Gezeter, das weit über Wolbecks Mauern hinausſchallte, und alle fielen auf die Knie, flehentlich die Arme aus⸗ ſtreckend, um Gnade bettelnd.— Die Hauptleute des Heers, im Innerſten bewegt, unterſtützten dieſe Bitten durch eine Geſandtſchaft aus ihrer Mitte an den Grafen von Waldeck. Der Schritt war vergebens. Kopfſchuttelnd kehrten die Führer zurück, und redeten unter ſich:„Hat deun der Biſchof ganz vergeſſen, daß er einen Prieſter der Barmherzigkeit vorſtellen ſoll? Wer hat ihn jemals ſo blutdurſtig geſehen? Wer iſt das geſchmückte Weib, mit dem er auf dem Söller vor alem Volk des Geſprächs pflegt? Hat dieſe Fremde ihm die Menſchlichkeit vom Herzen weggeſchmeichelt und den Rath der Grauſamkeit


