Teil eines Werkes 
53. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 3. Band (1840)
Entstehung
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Ob Du geneigt wäreſt, von der Geringſten Deiner Unterthanen ein ſchlechtes Geſchenk auzunehmen 2

Ein Geſchenk? Wie meinſt Du? Schon Deine Bot⸗ ſchaft iſt Manna vom Himmel.

Woranf die fremde Maria:Der fürſtliche Jäger, wenn er dürſtet, nimmt einen Trunk aus des Köhlers rußigem Becher gnädig an. Kein Federchen iſt ſo klein, daß es nicht in dem Kopfkiſſen einer Königin Platz fände⸗ Empfange mit Herablaſſung das Köſtlichſte, das ich von meinem Vater erbte.

Sie zog aus dem Geſchmeide, das ihre Bruſt um⸗ panzerte, ein Paar feinbereitete Männerhandſchuhe, weiß und zart, mit goldnen Näthen, und auf den Stulpen mit einem Krenz von Perlen geziert. Der Duft, der von ihnen ausging, erfülte die Thurmzelle mit den lieb⸗ lichſten Wohlgerüchen.

Die fremde Maria fuhr fort:Ein Biſchof vom Rheine verehrte vor vieten Jahren meinen Voreltern dieſe Gabe, die der berühmte Zauberer Albertus unter'm be⸗ ſondern Einfluß heiliger Geſtirne verfertigt hat. Lämmer, zur glücklichen Stunde geboren und geweiht, gaben ihre Felle dazn. Die Fäden ſind aus dem Schleier der hei⸗ ligen Hildegard, das Gold aus dem Mantel des tapfern Roland, die Perlen aus dem Meer von Galiläa. Die Gabe iſt geſegnet, Gluͤck zu bringen, und Hände zu be⸗ kleiden, die einen gnädigen Hirtenſtab führen. Nimm ſie an, o Herr, und fürchte nicht, Deine Hoheit damit zu entweihen, denn wahrlich: von dieſer Stunde an wird Dein Stern wachſen, und Freude auf Freude Dein Haus heimſuchen!

Der Biſchof, heimlich lächelnd über den Wunder⸗ glauben der ſchönen Schwärmerin, empfing die Handſchuhe, und antwortete dankbar, indem er ſie in ſeinen Gurtel ſteckte:Möge Deine Verheißung erfuͤllt werden! Dann ergriff er die Hand ſeiner Freundin, ausrufend: