Teil eines Werkes 
53. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 3. Band (1840)
Entstehung
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Dir ſich unterredet, und ſeine Vorſätze Deiner Weisheit unterworfen haben wird. In der Hoffuung auf den Schutz des Himmels und die Großmuth Deiner Krieger, die eines ſchwachen Weibes ſchonen, habe ich die Schuͤchtern⸗ heit meines Geſchlechts von mir geworfen, und das Amt eines Spähers übernommen.

Der Graf von Waldeck horchte mit Vergnügen auf die Rede, die ihm wie Muſik klang, und vermochte nicht, das Auge von der ſchönen Botſchafterin zu verwenden. Dennoch ſagte er zögernd:Was Du ſprichſt, ſcheint fremd, ſcheint räthſelhaft. Das Geheimniß, womit Du Dich umgibſt

Ich liebe meinen Gatten nicht, antwortete das Weib ſpröde:aber ich bin ihm verpflichtet durch den Schwur am Altare, und weil er das große Werk Deines Siegs befördern ſoll. Wenn ſein Name nur von dem Wind über die Mauern in die Stadt geflüſtert würde, ſein Leben wäre dahin, Vergönne daher, daß ich den Namen verſchweige, bis er felbſt ihn Dir nennt.

Wohl; womit bekräfrigſt Dn jedoch Deine Sendung, unbekannte Tröſterin?

Sie zeigte gen Himmel.Ich habe noch nicht Alles geſagt, äußerte ſie gelaſſen.

Rede mit mir von dem Zuſtand der Stadt und ihrer Bürger. Wie ſteht es dort?.

Ein König, der aus ſeiner Nähnadel ein Seepter geſchmiedet hat, und ein Volk von geknechteten Bettlern; beide von einer Handvoll bewaffneter Schurken bewacht. Das iſt Münſter.

Leider. Doch etwas Näheres; weißt Du nichts vom Schickſal Iſelmuds 26

Das Weib bezeichnete durch ſeine Geberden die Tödtung und Begrabung eines Menſchen.

Der Biſchof zuckte traurig die Achſeln. Eine viel ſchwerere Frage wand ſich mühſam von ſeiner Bruſt.