Teil eines Werkes 
53. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 3. Band (1840)
Entstehung
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zu bören, und das Abendmahl zu empfangen, brvor ich iur Hoffnung machte, ſie vor ihren Fürſten zu bringen. cie hat ſich der Andachtpflichten einer ächten Katholikin mit Freudiakeit und Inbrunſt entledigt.Unbewaffnet ſagt Ihr 2*Des Caſtelluns Ehefrau und Schweſter, die ihre Kleider durchſuchten. verbürgen ſich, daß ſie keine 2

ffen führt; keine Waffen, als ihre ſeltnen Reize.

Saft In der That? Laßt hören, was die Thörin will.

Die wahrhaft königliche Schöuheit des Weibes, das der Herr von Merfeld jetzt in das Gemach einließ, ver⸗ ſehzte den Biſchof in Erſtaunen. Von dem ſchlanken und ſihpigen Wuchs der Fremden, von ihrem blendenden Ant⸗ liy, ſo rein und fromm, ſo ſchön umfloſſen von langen wohlaepflegten Locken und Zoͤpfen, vbn ihren ſonnen⸗ ähntichen Augen, deren Blige nicht erreicht werden konnten, weder von dem Funkeln der Juwelen, noch von dem Strahl der Ketten und Ringe, womit ſich das Weib ge⸗ ſchmückt hatte, von der ganzen Geſtalt, wie ſie ſich dar⸗ ſtellte, prangend und ſtegreich vom Scheitel bis zur Sohle, ging ein Schimmer aus, der die ärmliche Mönchszelle mit Verklärung übergoß, und dem Fürſten einen guten Theil ſeiner Beſonnenheit raubte.

Waldeck war unwillkürlich aufaeſtanden und der Er⸗ ſcheinung einige Schritte entgegengetreten. Der Droſt btieb ehrfurchtsvoll an der Thüre. Die ſchöne Frau näßerte ſich furchtlos dem Gebieter, küßte deſſen Hand und den Saum ſeines Kleides. Dann betrachtete ſie ihn mit hellen Augen voll von Schwärmerei und Begeiſterung.

Wer biſt Du, und was willſt Du von mir?6 lantete des Biſchofs freundliche Frage⸗

Der Name eines Geſchöpfs thut nichts zur Sache, antwortete die Fremde:Ich begehre wenia von Dir, o Herr! ich Schwache bin geſendet, Dir Glück zu propbezeien und zu byingen.

Deine Lippen ſcheinen in der That nur auserwählt,