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der Biſchof entledigte ſich eben ſo gern ihrer unerfreulichen Gegenwart. Er gab ihnen Urlaub, mit der Weiſung, ſeine weiteren Befehle zu erwarten, und wendete nicht allzu neugierig ſein Ohr dem Oberamtmann zu, weil der Herr von Merfeld ihm als ein Mann bekannt war, der oft unbedeutende Dinge mit großer Wichtigkeit vortrug, und, wie das Volk ſagt, aus der Mücke einen Elephanten machte.
„Was bringt mein getrener Droſt von Wollbeck?“ fragte der Biſchof obenhin.
—„Es hat fürwahr ein Engel Eure Zunge regiert, da ich bei Euch erſchien, gnädigſter Biſchof,“ begann der Droſt:„denn eben das, was Ihr von dem Mägdlein von Orleaus beiſpielweiſe bemerkt habt, wird ſich ohne Zweifel in Euern Landen zu dieſer Friſt auf's Neue zutragen.“
Der Biſchof maß den Sprecher mit verwunderten Blicken.—„Erlaubt mir,“ fuhr der Droſt fort,„Euch eine Perſon vorzuſtellen, die mit einer Sendung des Himmels an Euch beauftragt iſt.“
„Erlaubt mir,“ entgegnete Waldeck,„Eure Reden für ſehr närriſch zu halten, und Euch zu fragen, wer es iſt, den Ihr in meine Nähe führen wollt?“
—„Ein Weib, ein ſchönes, junges, unbewaffnetes Weib, Eure biſchöfliche Gnaden,“ antwortete der Droſt, und lächelte heimlich, da er bemerkte, wie des Biſchofs Züge alſobald milder ſahen, ſein Widerſtreben gelinder wurde.
„Woher 26—„Aus der Stadt Münſter.“—„Pfuiz weg mit ihr.“—„Eine Ausreißerin, gnädiger Herr, die ſich unſern Vorwachten freiwillig überlieferte.“— „Was will ſie 2«—„Mit Euch reden, gnädiger Biſchof. Ein Engel des Herrn hat's ihr geboten.“—„Etwa eine verrückte Ketzerin, die mich zu bekehren käme 2“—„Nicht doch, gnädiger Herr: eine rechtgläubige Chriſtin. Ich hatte ihr befohlen, die Frühmeſſe in Eurer Schloßkapelle Der Koͤnig von Zion, II. 2


