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meiner Feldoberſten zu erhalten? Alles verläßt mich, alle Eide ſind eitel. Ich finde nicht einmal ein paar Scher⸗ gen mehr, um den Verwegenen zu fangen, der ſeit einigen Tagen bald zu Drenſteinfurt, bald auf Dülmen, bald hier zu Wolbeck ſelbſt, Feuer anlegt, um die Pulverkeller zu ſprengen. Der Unſinnige iſt ein Bürger von Münſter, der Schornſteinfeger Wilhelm Baſt, ein von den Ketzern abgeſendeter Verbrecher; Jung und Att kennt ihn, alle haben ihn geſehen;— aber keine Hand von allen denen, die bei der Huldigung zum Schwur ſich erhoben, hat ge⸗ wagt, nach dem Mordbrenner zu greifen. Verrath, Lüge und Feigheit iſt, was mich umgibt, und mir iſt oft zu Sinne, als müßte ich ſelbſt ein Wiedertäufer werden, um des Himmels Gunſt zu gewinnen; der Himmel iſt mir feindlich, und mein Stern ausgelöſcht. Iſt nicht ſchon oft geſchehen, daß, wann ein Land an des Verder⸗ bens Rande taumelte, die Vorſehung eine unerwartete Hülfe ſchickte?— Mich und mein armes Land verläßt aber jeder Beiſtand. Die Wunder ſind nur für die Ketzer, und heutzutage wird der Herr in meiner höchſten Noth gewiß nicht zu aller Männer Schande ein ſchwaches Geſchöpf erwecken, wie er vor Zeiten in Frankreich ge⸗ than, wo der Muth einer Hirtin wiedergewann, was Könige und Heiden verloren hatten.“
Unmittelbar auf die heftige und erbitterte Rede, deren Schluß der eben eintretende Droſt Theodor von Merfeld vernommen, antwortete dieſer heiteren Angeſichts, zu Aller Erſtaunen:„Wolle Ew. fürſtliche Gnaden das Vertrauen auf den Höchſten nicht ſinken laſſen, und die wunderbare Hülfe deſſelben wird nicht fehlen. Ich bin der Ueberbringer einer ungewöhnlichen Botſchaft, die ich meinem gnädigſten Herrn ohne Verzug, und allergeheimſt zu vermelden hätte.“
Die Feldhauptlente waren insgeſammt gerne bereit, ſich aus der peinlichen Audienz fortſchicken zu laſſen, und


