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Cleriſei ihren Fürſten ſchnitzt, und nicht immer haben altadeliche Geſchlechter den Stuhl von Münſter behanptet. Lüdger, der ruhmvolle Heilige, Erpo, ſein weiſer Nach⸗ folger, waren Plebejer.— Doch ſoll mich der Höchſte vor dem Fürwitz bewahren, Euch, gnadiger Herr Biſchof, irgend eine Lehre geben zu wollen. Die Geſalbten haben nur dem Herrn Rechenſchaft abzulegen, und der Herr hat für Hohe und Gemeine nur eine Gerechtigkeit, ein Fegfeuer, eine Hölle,— wie auch nur einen Himmel.“
Graf Waldeck begriff wohl, wohin des Cuſtos Rede zielte; aber ihm gefiel, die Beſprechung mit einem bittern Scherz zu endigen, indem er verſetzte:„Die Fürſten haben nur den Vorzug, das Purgatorium überſpringen zu dürfen, indem es ihnen ſchon auf Erden wurde. Seyd bedankt, würdiger Sibing: Ihr meynt es redlich. Habt Sorge, mein getreuer Oberrichter, duß der Ramers unfehl⸗ bar noch vor der Vesper als ein Spion aufgehenkt werde.“
Der Kanzler verbeugte ſich.„Er hat ein Weib, er hat Kinder in der verpeſteten Stadt zurückgelaſſen,“ ſeufzte Sibing, die Hände demüthig zum Fürſten erhebend. Waldeck erwiederte:„Iſt er nicht ein ergebener Diener ſeines Schneiderkönigs geweſen? Seine Majeſtät mag Wittwe und Waiſen eines treuen Knechts verſorgen.“
—„Mir iſt gelungen, ihn von allen Irrthümern zurückzubringen, gnädiger Herr. Aus einem Blinden iſt er ein Sehender geworden. Er hat verſtehen gelernt, daß ihn Bockelſon nur mißbrauchte, da er ihn mit dem Zettel, der den Matthieſen verrieth, zum Lager ſendete. Der falſche Prophet hat auf des Ramers Tödtung ge⸗ rechnet, indem er den Mann preis gab.“— Sibing hielt ſtracks inne, da er das nächtliche Dunkel gewahrte, das in des Biſchofs Geſicht aufſtieg. Der Fürſt winkte ihm, ſich zu eutfernen, und da der Klang kriegeriſcher Waffen, über die Treppe heranſchritt, mochte ſich auch der Kanzler


