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Wann die Feldoberſten bei ihm eintraten, ihre Mel⸗ dung zu bringen, richtete ſich der trauernde Löwe empor, mit Hoffnung in den Blicken; aber bald ſank er bitter lächelnd auf ſein Lager zurück. Die Oberſten hatten nie⸗ mals gute Botſchaft zu verkünden.
Dieſer Trübſinn raubte dem Grafen Waldeck das Vertrauen ſeiner Unterthanen und ſeiner Bundesgenoſſen. Viele der Letzteren verließen ihn; ſie kannten den Biſchof wenig. Der Geiſt eines ſo kräftigen Mannes, wenn auch lange gebeugt im Joch des Leidens, wäre nicht unterge⸗ gangen, ohne wieder auf's Neue, und gewaltiger als zuvor, Himmel und Erde bewegt zu haben, um ſein Ziel zu erreichen.
Ein untrügliches Zeichen von der Glut, die in ſeiner Bruſt arbeitete, gab des Biſchofs Begierde nach blutigen und unbarmherzigen Urtheilen über die Ketzer, die in ſeine Hand gefallen waren. So oft ſein Kanzler ihm von dieſen ſprach, leuchteten des Grafen Augen rachgierig, als ob ſich in ihnen der Wiederſchein eines allgemeinen Brandes von Münſter abſpiegelte.
Selten erhob ſich für die armen Verirrten eine Stimme der Barmherzigkeit, ſtark genug, um zu dem Herzen des Fürſten zu dringen.— An einem ſommer⸗ lichen Morgen jedoch ſtand ein ſolcher Fürſprecher des unglücks vor dem Stuhle des Biſchofs, und ſtritt mit dem finſtern Kanzler um das Leben eines auf Erden Verdammten.
Sibing, der Mann des Friedens, ſagte:„Ich kann mit meinem prieſterlichen Wort bezeugen, gnädiger Herr, daß der Verurtheilte in den Schvos der Kirche zurück⸗ gekehrt iſt. Ich beſchwör's bei meinen Eiden, Ew. Gna⸗ den. Ihr werdet ihm das Leben nicht abſprechen, da ihm der Allmächtige durch meine Abſolution das Himmelreich zugeſprochen hat.“
Der Kanzler ſagte ſeinerſeits:„Es hat ſich oft ereignet,


