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verſtärken; aber die Kanonen waren wie verzaubert, das Pulver knallte in's Blaue, die Kugeln flogen in den Wind. Jeder Zuzug führte muthloſere Leute in's biſchöf⸗ liche Lager.
Und als kein Mittel war, die Ohnmacht der Bela⸗ gerer und den Heldenmuth der Wiedertäufer länger zu verhehlen, da ſchlich nicht allein in die Hütten des Land⸗ volks und in die Rathhäuſer der Reichsſtädte, ſondern auch in gar manche Hofkanzleien und fürſtliche Schlafge⸗ mächer der Glaube oder die Furcht ein, es möchten doch etwa himmliſche Waffen das neue Zion decken, und die Poſaune des tauſendjährigen Reichs ſey doch vielleicht nicht eine Lüge.
Dieſe Ueberzeugung ſchien ſich Desjenigen ſogar be⸗ mächtigt zu haben, deſſen Anſehen und Glück bei den traurigen Wiedertäuferhändeln am meiſten betheiligt war. — In einem der Vorſprünge des Schloſſes Wolbeck be⸗ fand ſich ein, von allen Gemächern durch lange Söller⸗ gänge getrennter Thurm; darinnen eine ſtille Kammer ohne Zier, nur mit dem nothdürftigſten Geräthe aus⸗ geſtattet.
Dieſes öde Gemach war des Biſchofs Aufenthalt ge⸗ worden. Auf dem harten Bette eines gemeinen Kloſter⸗ bruders lag er ausgeſtreckt, ein leibhaſtes Bild des ſchwär⸗ zeſten Kummers. Theilnahmlos an Allem, was ſich in der Welt begab, beinahe ohne ein Wort zu reden, ruhte er vom Morgen bis zum Abend, ſeinem Gram nach⸗ hängend, und ſtarrend in die Dämmerung des Gemachs, dem ſelbſt der Sonnenſtrahlen Heiterkeit verſagt worden war.
Es kamen ſeine Brüder, ihn zu tröſten; er hieß ſie gehen. Der Arzt erſchien, an dem Leidenden ſeine Kunſt zu verſuchen; der Biſchof ſchüttelte den Kopf, jede Hülfe verſchmähend. Das Kapitel verſammelte ſich bei ihm zum Rathe; er ſagte dem Kapitel:„Regiert an meiner Statt, und alles ſey wohlgethan.“


