Teil eines Werkes 
17. Band, Winterspenden : Erzählungen und Novellen : 2. Band (1833)
Entstehung
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296 habe Ihnen nie geflucht. Die Verlaͤumdung Ihres verſtorbenen Kanzlers hat mich geſturzt, in's Elend gejagt, und doch hab' ich Ihnen nie geflucht. Darum uͤben Sie Barmherzigkeit. Laſſen Sie eine alte Mutter nicht verzweifeln. Meine Tochter fand ihr Grab in den Wellen, ich kann es nicht aufſuchen, um darauf zu ſter⸗ ben. Der Grabhuͤgel meines Sohns ſteht in dieſem Lande; ich kann es nicht mehr verlaſſen. Behalten Sie das Geſchenk Ihrer Gnade, Sire. Behalten Sie die Guͤter, die man uns wider⸗ rechtlich entriſſen; nehmen Sie mein Leben, nehmen Sie dieſen meinen letzten Reichthum, meines Sohnes Vermächtniß, nur laſſen Sie mich hier, wo er geboren wurde, enden! In der Aufwallung ihres ſtuͤrmiſchen Gemuͤths hatte die Freifrau eine Brieftaſche aus dem Buſen gezogen, mit zitternden Haͤnden daſſelbe dem Koͤnig hingehalten, und einige vertrocknete Vergißmeinnichtblumen, mit Blutstropfen be⸗ ſprengt, fielen daraus auf den Boden. Der Koͤnig, die Koͤnigin ſtanden erſchuͤttert, und: