* 290 verloren, bis auf zwei Herzen, die mich lieben, bitte ich nur um die Gnade, innerhalb den Grenzen dieſes Reichs ſterben zu duͤrfen. Ei⸗ nes neuen Throns Erwerb kann Ihren erlauch⸗ ten Gemahl nicht ſo erfreuen, wie mich ein Grab in dieſer Erde!“—„Madame!“ ant⸗ wortete die Koͤnigin befremdet, und ergriffen von dem lebensmuͤden Grame der Bittenden: „bevor Sie weiter ſprechen,— wer ſind Sie? Ihr Name?“—
In dieſem Augenblick ſprang die Tapeten⸗ thuͤre auf, durch welche der Koͤnig einzutreten pflegte, und der Monarch, ſeiner Arbeiten ent⸗ laſtet, und Willens, ſeiner Gattin, wie er ge⸗ wohnt, einen heitern Schlummer zu wuͤnſchen, erſchien ploͤtzlich vor den Frauen. Die Koͤnigin und Eliſe ſchwiegen beſtuͤrzt. Furchtlos ſah die Fremde ihm in's Auge. Auf ſie allein traf nur der Flammenblick des Fuͤrſten. Mit einer ſon⸗ derbaren Miſchung von Strenge, Ueberraſchung und Zorn brach er endlich in die Worte aus: „Wen ſeh ich hier? Was geht hier vor? Wie


