Teil eines Werkes 
17. Band, Winterspenden : Erzählungen und Novellen : 2. Band (1833)
Entstehung
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Gemach, ſtannend, wie es ſchien, ſich der Koͤ⸗ nigin ſchon gegenuͤber zu befinden. Dieſer Um⸗ ſtand raubte ihr jedoch nicht das Geringſte von der Zuverſicht in ihrer Haltung, und jede ihrer Bewegungen verrieth die genaue Bekanntſchaft mit dem Leben der hoͤchſten Staͤnde, obgleich ihre Kleidung einem längſt verfloſſenen Zeit⸗ raume angehoͤrte. Ihr Geſicht, edel und von vieler Wirkung, verrieth ihr hohes Alter, aber der feſte aufrechte Gang ſtrafte beinahe die weißen Haare, die ſich ſpaͤrlich unter dem ſchwar⸗ zen Schleieraufſatze hervorſtahlen, Lügen. Mit den uͤblichen Verneigungen naͤherte ſich die Ma⸗ trone der Koͤnigin, beruͤhrte mit dem Munde, ehe dieſe es hindern konnte, den Saum ihres Gewandes, richtete ſich dann wieder auf, und redete mit bewegter Stimme:Ewr. Majeſtät ſehen eine Frau vor ſich, die das Ungluͤck ge⸗ habt hat, unter Kummer grau zu werden, und älter, als ihre Gebete es wuͤnſchen. Ein un⸗ gerechtes Schickſal hat meinen Stolz, mein Wi⸗ derſtreben endlich gebeugt. Nachdem ich Alles

Svindler's ſaͤmmtl. Werke. XVII. Winterſpenden2. 19