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lands in das Meer, von welihem man die ſtol⸗ zen Gebaͤude Venedigs in ihrer Ausdehnung ſehen konnte. Der Markgraf beſuchte täglich die Lagunenſtadt, erfreute ſich dort bei Spiel, Wein und Luſtbarkeit, und kuͤmmerte ſich nicht viel um den Maͤnnerſchwarm, der die 8 e befuhr, um ſeiner Begleiterin einen Blick d digung dar⸗ zubringen, denn es kam nicht einmal zu einer freundlichen Begruͤßung, da Maria nie allein war. Manchmal leiſtete ihr der hagere Geiſt⸗ liche Geſellſchaft, der in des Markgrafen Ge⸗ folge war, am oͤfteſten jedoch begleitete ſie die Pfoͤrtnerin ihres Hauſes, die alte Wittwe Bar⸗ berina. Dieſe Letztere wußte recht wohl um die Wuͤnſche und Neugierde der Herren von Vene⸗ dig und Murano, allein ſie machte eine Aus⸗ nahme von den gewoͤhnlichen Beſchließerinnen adelicher Haͤuſer, und wies jede Nachforſchung,
jede Zudringlichkeit mit dem abſchreckenden Tone
zuruͤck, den das vorgeruͤckre Alter ſo gut in der
Gewalt hat, wenn es nur will. Die reinſte Ergebenheit fuͤr die blonde Dame beſeelte die


