war. Maria ſchien des Markgrafen Gattin z1 ſeyn, und dennoch behandelte ſie kein Menſch aus dem kleinen Gefolge des Fuͤrſten als Herrin. Die Freundin des Gebieters wuͤrde hinge⸗ gen ſchwerlich die Wuͤrde in allem ihrem Thun behauptet haben, wie es Maria that. Darum gab es Viele, die ſogar wiſſen wollten, Maria ſey die Tochter des deutſchen Markgrafen, die zu Murano ihren zu Neapel befindlichen Gemahl erwarte, und wenn Andere dieſe Vermuthung verlachten, und zu bedenken gaben, daß der Va⸗ ter wohl keine zehn Jahre älter ſeyn moͤchte als die Tochter, ſo vereinigten ſich endlich alle Stim⸗
men dahin, die ſchone Unbekannte fuͤr die Baſe
des Fuͤrſten auszugeben. Die Theilnahme, wel⸗ che alle venezianiſche Edeln an der Fremden nahmen, ſteigerte ſich, da man bald bemerkte, ſie werde in kurzem Mutter werden. Die ſchmach⸗ tende Anmuth dieſes Zuſtandes ruͤhrte die Her⸗
zen der Maͤnner dergeſtalt, daß ſich Gondel an
Gondel draͤngte, wenn Maria auf ihrem Lieb⸗
lingsplätzchen ſaß, einem Vorſprunge des Ei⸗


