„Er hat's geſagt,“ verſetzte die Andächtige mit einem ſchwärmeriſchen Blick auf ihren Gatten.— Zum andern Male ſtand Straatener verſteinert; daß er kaum lallen mochte:„Kind, Kind, was iſt mit Dir vorgegangen?“
„Der Herr, der ewige Vater hat uns erleuchtet nach langer Nacht der Trübſal und Unwiſſenheit,“ entgegnete Matthieſen:„Wie Saulum hat er uns von dem Thiere der Ueppigkeit geſturzt, um uns zu heiligen. Wir ziehen aus, das neue Jeruſalem zu ſuchen, zu erwarten. Wir ſind nicht die Einzigen. Der Berufenen ſind noch meh⸗ rere auf dem Wege.— Wir ſagen Dir und Deinem Reichthum Lebewohl, alter Zöllner und Sünder.“
„Lebe wohl, Mann, den ich auf Erden meinen Vater nennen muß,“ ſetzte Diwara hinzu:„der Vater im Him⸗ mel möge auch Euer Herz erleuchten.“
„Bevor wir jedoch ſcheiden,“ fuhr Matthieſen fort, „gelüſtet meinen Geiſt, den Jan Bockelſon kennen zu ler⸗ nen, von dem hier zu Leyden und auswärts ſo Vieles geſprochen wird, unter den Ungläubigen. Dies iſt ſein Haus. Komm' Diwara, laß' uns eintreten.“
Straatener warf ſich Beiden entgegen, und flehte: „Geht nicht in dieſes Haus. Es iſt ein Winkel, den ehrliche Leute nicht mehr betreten mögen. Es iſt ein Haus des Unfriedens und der Schande.“
„Deſto beſſer, alter Heide. Des Vaters Sohn hat gerne ſolche Stätten durch ſeine Gegenwart geheiligt; denn, wo Sünde iſt, wird Buße gedeihen, ſobald der Geiſt kömmt.“
„Diwara, mein Kind, mein liebſtes Kind! in welcher Verblendung ſagſt Du Dich los von allen Banden des Bluts? Diwara, höre mich; geh' wenigſtens Du nicht in dieſes Haus. Folge Deinem Manne mindeſtens nicht in jenen Pfuhl!“
„Er iſt mein Herr,“ antwortete Diwara kurz, und


