Teil eines Werkes 
51. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 1. Band (1840)
Entstehung
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Ein Grobian, der ſeinen Schwiegervater läſtert, polterte Straatener ſeiner Tochter zu:ein Narr, der in Gleichniſſen ſeiner Zunft redet. Juſt, als ob ich immer

von Elle und Scheere faſeln woute.Matthieſen, mein Herr, redet aus der heiligen Schrift, die Ihr nicht verſteht, antwortete ihm Diwara kalt. Straatener

ſtand auf dieſe Zurechtweiſung, die er von ſeiner lebens⸗ luſtigen Tochter nicht erwartet hatte, wie mit Waſſer begoſſen.

Indeſſen hob in Bockelſon's Kammer und vor Miekje's lauſchenden Ohren Peter Bluſt ebenfalls ganz ruhig an: Bruder, Du haſt durch Verläumdung und Lügen meinen irdiſchen Wohlſtand zertrümmert. Hendrik hat Alles be⸗ kannt; läugne nicht, denn ich verzeihe Dir, Bruder.

Jan ſtammelte einige unvernehmliche Entſchuldigungen, und in Miekje's Adern wurde das Blut kalt, da Peter Bluſt trocken fortfuhr:Bemühe Dich nicht; das wird einſtens wo anders entſchieden werden. Ich vergebe Dir, wiederhol' ich. Nur verlange ich freundlichſt von Dir, daß Du mir zurückſtelleſt, was ich Dir geliehen habe. Und wär' es nur die Hälfte oder ein Theil deſſelben; ich bedarf des Geldes dringend, weil ich nicht mehr hier unter den Heiden zurückbleiben will, denen ich auf ihre üble Nachrede immer nur antworten könnte: ich bin un⸗ ſchuldia. Sie würden's aber nimmer glauben.

Was verlangſt Du? fragte Jan auf einmal, ganz gefaßt:Ich ſchulde Dir nichts, hab' keine Wiſſenſchaft von irgend einer Schuld.

Wie? Beſinne Dich, mein Bruder. An jenem, dem einzigen Tage, da Du mich beſuchteſt in meinem Ge⸗ wölbe, am Tage, da Deine Frau bei mir geweſen gab ich Dir nicht Geld auf Deine Klagen hin.. 26

Du biſt im Irrthum, wahrlich: ich habe nichts von Dir empfangen.