nicht ſo grün, als er ſich ſtellt, und Mancher ſchon hat ſich mit Reichthum gebrüſtet, der dem Schuldgefängniß näher ſtand, als einer Tonne Goldes!“
Der hinterliſtige Streich, der nicht ſo ganz in's Blane geführt worden, ſondern einen wunden Fleck getroffen, machte den Obermeiſter wüthend. Mit ausgeſpreizten Händen wagte er einen Hahnenſprung gegen Miekje's Geſicht. Lachend fuhr Rotger dazwiſchen, und Rynald hielt den Wüthenden am Kleide feſt.
„Laßt mich!“ zeterte Straatener:„Ich muß ihr die Augen auskratzen, der wüſten Lügnerin! Laßt mich! ſeht doch, mein Eidam! meine Diwara! mein guter Ruf! Matthieſen wäre davongelaufen? ha, ha! das macht mich luſtig, bei Gott!— Eure Fanſt weg, Weberjunge, oder„. Meine Diwara eine Bettlerin? ha, ha! das iſt zum Zerplatzen. Ihr reißt mir den Koller in Stücken, Herr Magiſter! Zieht nur Enern Mund krumm wie eine Sichel, Läſterzunge von einer Gelegenheitsmacherin! Ich beſchäme Euch und die ganze Stadt; denn heute, ja, ge⸗ rade heute werden ſie kommen von Harlem, die Mat⸗ thieſens. Gerade heute nehme ich mich mit dem letzten Heller um die Sache an, ihr Geſindel. Matthieſens werden wieder obenauf ſeyn, während ihr im Drillhäns⸗ chen florirt, ihr Volk, ihr Freihausleute, ihr...
Die pobelhafteſten Beſchimpfungen erſtarben in ſeinem Munde, als plötzlich aus dem Innern des Hauſes Geheul drang, ähnlich dem lautklagenden Jammer, und wieder zu vergleichen dem wilden Gebrüll eines gereizten Thiers. — Erſchrocken horchten Alle im Hauſe. Es polterte Je⸗ mand mit unſichern Tritten die Treppe herab.
„Mein Heiland! gebt Friede! er iſt's!“ flüſterte Miekje, kreideweiß werdend.
Rotger und Rynald ließen von dem Obermeiſter ab, der, geſtreckten Halſes, über ſeiner Neugier ſeinen Zorn


