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die Liederlichkeit, die ihn herunterbrachte, ſondern die Gottesfurcht, der Durſt— nicht nach Wein— ſondern nach dem göttlichen Wort.“
„Verlumpt iſt verlumpt,“ lachte Rotger:„ob ich über'm Begper, ob ich über der Bibel mein Gewerbe ver⸗ ſaume, kömmt auf eins heraus.“
„Wohl beſſer waͤr's,“ bekräftigte Rynald,„wenn Bür⸗ ger und Bauern frohmüthiger wären, als ſich mit den dunkeln Worten der Weiſſagung und Offenbarung, wie ſie in den heiligen Büchern zu leſen, beſchäftigten. Aber es iſt ein grauenhaftes Zeichen unſerer boſen Tage, daß alles Volk aus den geheimnißvollen Charakteren der Bi⸗ bel herauszugrübeln ſucht, was ihm ſein Verſtand nicht offenbart: Erlöſung und Errettung aus dem unſeligen Zuſtande, worinnen es leidet, das Menſchengeſchlecht, mit Leib und Seele leidet.“
„Der Marthieſen,“ fiel wieder Miekje giftig ein,„hat ja ſeinen Laden ſchließen und den Gläubigern Alles preis geben müſſen? Wohin iſt er gewandert mit der armen guten Diwara?“
„Ihr ſeyd ſchlecht berichtet,“ eiferte Straatener, den der Zorn algemach übernahm: Nichts ſchließen, nichts preisgeben! Eitel, thoricht, boshaft Geſchwätz, ſo lange der alte Straatener von Geldern lebt. Der wird ſein eigen Blut nicht ſtecken laſſen, wenn er auch muthwilligen Schuldenmachern den Beutel verſchloß. Sie können's ihm nicht vergeben, die Borger, aber er ſitzt ruhig, und bleibt ſtets der alte Straatener.“
„Ereifert Euch nicht,“ tröſtete Miekje, wie oben: „Der Gerechteſte entgeht der Verläumdung nicht. Was Wunder, daß die Einen von Euch ſagen:„Er iſt ein ſchaͤbiger Filz!“ die Andern:„Er iſt ein undankbarer, boshafter Mann!“ und etwa die Dritten:„Es iſt nicht Alles Gold, was gleißt. Der alte Straatener ſitzt auch


