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die Jugend begehrt nach dem, was Ihr jetzo Tand neunt. Warum bin ich nicht reich? Bin ich ſchlechter als die, die ſich im Reichthum brüſten wie die Pfauen? Warum hab' ich Trieb zu einem fröhlichen, ſorgloſen, fürſtlichen Leben, wenn ewig mir die Mittel mangeln ſollen, den angeborenen Trieb zu befriedigen? Wo iſt da Gerechtig⸗ keit, wo eine Hoffnung2“
„Warum verzweifelſt Du an der Zukunft! Stehen wir denn am Ende aller Tage? O mein Johann, nimm ein Beiſpiel der Geduld an mir. Auch ich hoffe noch; auf Deine Zukunft hoffe ich, und des macht mich ſtark und ruhig.“
„Ihr habt leicht, mir Ermahnungen zu geben. Aber Eure Ruhe bei ſo vielem Unglück Eurer Kinder iſt mir ſelber ſchon aufgefallen. Lehrt mir die Kunſt, ich birt' Euch.“
Mit prophetiſchen Geberden und Blicken hob die Wittib an:„Die Zeit iſt da, ſage ich Dir, und Viele, die in der Zeit leben, ſind zu großen Dingen berufen, weil die Tage Großes bringen werden. Du mein Sohn — ich gebe mein Haupt zum Pfande biſt berufen vor vielen Andern.“
Der junge Mann machte große Augen, und ſetzte ſich auf den niederen Schemel neben dem Seſſel, den Frau Adelheid einnahm, begierig zu horchen, denn ſein über⸗ reiztes, hochfahrendes Gehirn dürſtete nach Wunderſagen und Verheißungen.— Die Mutter nahm wieder das Wort:
„Wir ſtammen aus dem Bisthum Münſter. Deine Großeltern wohnten auf der Hofmark Zoelken, die in das Amt Dodorf gehört, aber ein Eigenthum des Frei⸗ herrn Gottfried von Schedelich iſt. Die Zoelkner Bauern ſind alle Leibeigene, und haben ihre Aecker zu Lehen von dem Herrn. Wir waren die zahlreichſte Sippſchaft dieſer dienſtbaren Leute, und weil ich ſo viele Geſchwiſter hatte,


