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ſeine Ahnen nach dem Dutzend zählt, wie der, ſo nicht einmal ſiinen Vater kennt. Dir jedoch, Schneider, um Deiner Frechheit willen, ſage ich, daß Du aufhörſt, ſo vertraulich mit mir zu reden, als wäre ich Dir gemein, wie Deine Handlanger. Mein Vater hat meine Mutter geehlicht, hat mich erklärt zu ſeinem ehelichen Sohne. Mein Vater hat mit ſeinem Gelde mich auf den weiten Reiſen, in Lehr' und Wiſſenſchaft unterſtüßt. Auf ſeinen Reichthum werd' ich mein Handelshaus gründen, und meine Anker in ſeine Geldſäcke ſchlagen.“
„Sagte ich's nicht? Sperrt doch die Ohren auf, triumphirte wieder der Schiffer, den Schneider zupfend. Hazenbrooker kaute an den Nägeln, ſeiner Armuth geden⸗ kend. Miekje verſchlang mit ihren Gedanken den jungen Mann und die Schätze ſeines Vaters. Geert ſprang herein:„Das Pferd iſt da, mein edler Herr; ein frieſiſch Pferd mit einem Rücken, weich, wie Butter.“
„Wohlan denn,“ rief Jan, ſich unterbrechend, und reichte herablaſſend dem Schiffer und der Frau der Hände, „lebt wohl, mein Steuermann, lebt wohl, Frau. Ich ſeh' Euch baldigſt wieder.“
„Eine Ehre, Herr! eine Ehre für uns!“ autworteten die Leute. Miekje's brennende Wangen ſagten mehr. — Straatener flüſterte dem Hazenbrooker zu:„Blitz, ich möchte doch wiſſen, wie das Wunderthier von Vater heißt. Wo ſagte er, daß er hinreitet 24
Indeſſen drehte ſich, im Sattel ſitzend, Jan gegen die Herbergmutter um, und ſprach vernehmlich:„Solltet Ihr heut oder morgen nach Gravenhagen kommen, ſo fragt nach mir, wenn ich Euch dienen kann. Ich bin im Hauſe des Altſchultheißen Bockel daſelbſt. Der iſt mein Vater. Der Herr behüle Euch.“
Der Gaul trabte ſchon weit aus auf dem Pflaſter, als die Leute erſt zu einander ſagten:„Des Bockel, des Schultheißen Sohn! des reichen Bockel Sohn! Sieh, ſieh,


