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Knöpfen an den camelottenen Beinkleidern. Jede Neſtel iſt ächt, alles in London gemacht, im neueſten Geſchmack, und aus Eurer Werkſtatt iſt kein Gewand hervorgegan⸗ gen, das jenem gleich käme, he 2 Der Meiſter Schneider guckte neugierig hin, machte dann eine Geberde des Erſtaunens, und als der junge Mann mit allen Zeichen der Ungeduld wieder auf den Schiffer zuſteuerte, ſagte Straatener eilig:„Wenn nicht der Satan meine alten Angen blendet, ſo wollt' ich wet⸗ ten, der feine Ritter ſey einmal mein Lehrjung geweſen, und ich hätte ihm den Geſellenbrief geſchrieben.“
Hazenbrooker, der daueben ſtand, lachte ſchadenfroh, ſtieß den Fremden an, und ſagte ihm:„Seht, mein Herr, da iſt ein guter Mann, der Euch zu kennen glaubt.“— „Wer? ſeyd Ihrs?“ Bei dieſer Frage, dem Schneider ins Geſicht ſehend, ſtutzte der Fremde gewaltig, und ſetzte halblaut hinzu:„Ei, grüße Euch der liebe Gott, Mei⸗ ſter Straatener. Schon lange haben wir uns nicht ge⸗ ſehen.“
Mit ſpöttiſcher Treuherzigkeit entgegnete der Alte: „Schon lange, weiß der Himmel, Jantchen. Je, wo ſeyd Ihr herumgekommen, Lieber, ſeit den vier oder fünf Jah⸗ ren, da Ihr den Bündel nahmt und wandern gingt? Ihr ſeyd fein genährt, es geht Euch gut, und ſchwerlich hat Eure Hand die Kleider zugeſchnitten, die Ihr tragt2“
Der Fremde wurde noch bläſſer, wo möglich, als er ſchon geweſen, und ſträubte ſich den Bart auf, wie den einer Katze. Aber, zum böſen Spiele ein gut Geſicht ziehend, hob er an:„Der at Alles wohl gemacht, lieber Freund. Wenn ich e Schneiderei bei Euch lernte, ſo war's doch ke denke ich, und ſeit ich von Euch gegangen, h ch Scheere und Elle an den Nagel gehängt, und mich der Handelſchaft ergeben,
ch auch daneben die freien Künſte nicht verabſäumt. Eng⸗ land iſt die hohe Schule eines jungen Mannes, lieber


