Teil eines Werkes 
51. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 1. Band (1840)
Entstehung
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Ja, ſpute Dich, Du ſchmier'ger Kellerjunge! bekräf⸗ kigte der Fremde, und warf dem Buben eine kleine ſpa⸗ niſche Silbermünze zu.

Ei, will mein gnädiger Hert uns heute ſchon ver⸗ laſſen? fragte die Kampens, indem ſie plötlich wieder die Haltung einer Gaſtwirthin annahm:es iſt Abend geworden, und für einen werthen Gaſt iſt in den drei He⸗ ringen doch Platz genug.

Nein, Frau, ich darf nicht ſäumen, antwortete Je⸗ ner:doch ſage ich nicht, daß ich nicht baldigſt wieder⸗ komme, bei Euch einzukehren. Er drehte ſich wie ein Cavalier auf ſeinem hohen Abſatze um.

Ich wünſche Glück, Frau Kampens, ſagte murrend eine tiefe Stimme.Wozu, mein Herr? fragte die Wirthin, mit Verdruß in Hazeubrookers finſter Antlißz ſchauend.Je nun, zur Heimkehr Eures Eheherrn. Er iſt nicht ertrunken, aber alle meine Hoffnungen gin⸗ gen unter.

Ich weiß nicht, wovon Ihr ſprecht, entgegnete ſie ſchnippiſch, und ging von ſeiner Seite, neugierig den Fremden verfolgend, der ungeduldig und vornehm zwiſchen den hereinſtrömenden Trinkgäſten ab- und zuwandelte.

Was ſchwatzt Ihr nur von einem gnäd'gen Herrn? wie käme ein ſolcher in die drei Heringe 26 fragte indeſ⸗ ſen ein kleiner dünnleibiger Mann den Hausherrn, und zog dabei ein recht höhniſches Geſlcht, während er an der wohlgefüllten Geldtaſche krabbelte. Meiſter Berndt, beieidigt von der ſpöttiſchen Frage, verſetzte eifrigtO mein lieber Meiſter Stragtener von Geldern, dieß Haus iſt eine ehrliche Herberge, und ſind ſchon Leute darinnen eingekehrt, die ehrlich waren trotz den beſten Bürgern unſerer Stadt. Wollt Ihr ihn aber ſehen, den ich meine, ſo ſchaut dorthin. Der lange junge Mann in dem engli⸗ ſchen Rock von geſtreiftem Sammt iſt's, mit dem feinen Hute, den rothen Stiefeln und den goldbeſponnenen

Der Konig von Zion. I. 2