Teil eines Werkes 
51. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 1. Band (1840)
Entstehung
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Auf dieſer Stätte, wo einſt Troia ſtand,

Sey bis in Ewigkeit nur wüſtes, dürres Land!

Ein Kreuzweg ſey, und voͤſen Geiſtern überlaſſen,

Wo ſich die Stadt gedehnt mit ihren breiten Gaſſen.

Ein Reſt der Raben von heut des Priami Haus!

Den Hafen fuͤllet nun raſch mit Steineslaſt aus!

Das Meer im Mittag ſterbe ab, ein todter Spiegel;

Fleuch hin zur nord'ſchen See, Merkuri Wunderflügel!

Mit Deinen Schätzen labe ihren fetten Strand:

Dahin iſt Troja! Vivat, goldnes Niederland!.. da klatſchte und ſtampfte, heulte und wüthete vor Frende das Volk zum großen Theil Rotterdamer Krämer und Schiffknechte und verwirrtes Gebrüll tobte um den Schauplatz, des Helden eherne Stimme verſchlingend. Frau Kampens war nicht träge, ihr Tüchlein wehen zu laſſen, ihre weißen Hände roth zu klatſchen;als plötzlich mitten durch den Tumult eine rauhe Kehle zu ihrem Ohre rief:J, i, potz Blitz, Miekje, Frau Miekje Kampens, find' ich Euch endlich hier 2« Sie ſah nur gerade um; ihr Kopf hatte gerade nur Zeit, zu denken, mit Schrecken:das iſt der Alte! ihr Mund, zu ſtam⸗ meln:Je, je, Berndt, Meiſter Berndt Kampens, Ihr ſeyd's mit Leib und Leben 2 Dann ſank ſie ohnmäch⸗ tig vor Angſt und Verlegenheit in die eiſernen Arme des alten einfältigen Schiffsherrn, der ſie aus dem Gedränge trug, wie einen Waarenballen.

Eſſig, Eſſig! rief er der ſchadenfrohen Natje zu, die etwas von der Art erwartet hatte:Iſt's doch, als ob in dieſer wohlverſorgten Wirthshanscajüte der Eſſig zu Malvaſier geworden wäre, ſo ſpät und ſparſam kommt er an! Flugs übergoß er die Schläfe ſeines Weibes, und es wachte mit dem Seufzer auf:Meine ſchöne Haube, mein ſchönes Buſentuch, meine ſchöne Kette! Ihr macht nur dumme Streiche, Meiſter Berndt!

Sie blickte verdrießlich empor. Das verwitterte Ge⸗ ſicht des alten Schiffers neigte ſich über ſie; Natje's