Teil eines Werkes 
51. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 1. Band (1840)
Entstehung
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Zimmerleute, wo hinter einem großen Verſchlage von Holz eine rauſchende Muſik von Hörnern und Poſaunen ſich vernehmen ließ.Hört Ihr? was gilt's, jetzt iſt er auf die Bühne getreten. Hört, wie das Volk jauchzt. Er iſt ein gar ſchöner Mann, der Meiſter Hazenbrvoker, und ſieht noch viel ſtattlicher aus, wenn er einen heidni⸗ ſchen Kaiſer oder den König David vorſtellt. Und... wie iſt mir denn? da wäre ja gleich der König gefunden, den die alte Meert wohl meinte 2

Schweige, Thörin. Siehſt Du nicht, daß ich blut⸗ roth werde? Wir ſtehen da, und ſchwatzen, und verſäu⸗ men die Wirthſchaft. Heffne doch das Schiebefenſter, Meiſter Gylle, der Anſprecher, klopft daran.

Ein Känuchen Wermuth, Gevatterin! krächzte der ſchwarzbekleidete, mit weißem Faltenkragen und fliegen⸗ dem Mantel geſchmückte Hochzeit-, Kindtauf- und Be⸗ gräbnißlader in die Stube. Während Natzje einſchenkte, plauderte Gylle mit geflügelter Zunge ſeinen Spruch: Herr Peter Peterſen, von Peters ſelig an der ſcharfen Ecke, ein ehelicher Sohn, wird morgen Nachmittag, zur Vesperzeit, zur Kirche getragen werden. Die Anverwand⸗ ten zeigen's an mit Bekümmerniß, und laden ein zum Leicheneſſen. Frau Diwara, des Jan Matthieſen, eines Bäckers zu Harlem eheliche Hausfrau, iſt eines Söhnleins geſund und munter geneſen. Der Meiſter Schneider Straatner von Geldern, der Vater der Kindbetterin, läßt es Verwandten und Freunden geziemend freundlichſt melden. So; das meine Botſchaft, und nun das Kännchen.

Zwei für eins; ich kredenze es Euch, ſagte die Wirthin mit erkünſtelter Wehmuth:Ach lieber Meiſter Gylle, wie bald werde ich Euch ebenfalls ausſchicken in der Stadt, meines armen Kampens Hintritt zu melden? Ich fürchte, den Biedermann habe ein Walliſch verſchlun⸗ gen. Keine Welle redet mehr von ihm. Bedauert mich,