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zudem überflüſſig bekräftigt, denn ein Jahr darauf mußt' ich...« die Frau ſeufzte wieder tief—„den alten Kampens ehelichen, und Straatners Kind folate bald nachher dem murrköpfigen Bäcker, dem Jan Mathieſen von Harlem, zum Altar. Schöne Könige, der melancho⸗ liſche Mehlwurm, und mein ſteifer Schiffmann. Nimm Dir alſo den Spuck nicht zu Herzen, Natje. Kannſt trotz der alten Meert den clev'ſchen Reitersmann dennoch heim⸗ führen. Wiederhole mir aber, was der Schiffmeiſter ge⸗ ſtern ſagte. Er hat nicht Kunde von unſerm Meerſchwein 2“
„Nicht die kleinſte, Frau. Er fürchtet, es ſey verun⸗ glückt in den letzten Stürmen; verunglückt mit Mann und Maus.“
„Mit Mann und Maus 2“ wiederholte die Wirthin nachdenklich, wenn ſchon um ihre Unterlippe ein leichtes Lächeln ſpielte:„Ein ſchönes, ſchlankes Schiff, unſer Meerſchwein; Schade darum. Aber warum führte der Alte das Schiff bis in das ferne Portugal?— und mit aller Mannſchaft, ſagſt Du? Dabei wäre ja auch der Alte ſelbſt? ſo käme er denn gar nicht wieder heim 26 Das letztere ſprach ſie mit leichterm Athemzuge.
„Ich fürchte ſchier, liebe Franu,“ verſetzte die Magd ſchalkhaft lächelnd:„Ihr ſeyd wohl ſchon eine Wittib, ohne es zu wiſſen.“—„Vor der Betrübniß bewahre mich der liebe Gott!“ ſagte ebenfalls lächelnd die Wir⸗ thin:„Wer würde mir die Laſt meines Tagwerks tragen helfen2“
„Je nu, der zweite Mann, liebe Frau.“—„Ach, wo fände ſich der zu einer Wittib, wie ich bin 2“— „Ei, Ihr ſeyd groß und ſtark, von rothen Wangen, ſeyd kinderlos, und dieſe Herberge trägt ihre Zinſen. Und wenn ich recht rathe, Frau, ſo iſt der zweite Mann be⸗ reits gefunden.“—„Warum nicht gar, Du kleiner Schelm, Du Närrchen 2“
Natje deutete hinüber nach dem Arbeitsplatze der


