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nommen und unter Flöten⸗ und Saitenſpiel näherten ſich mehrere Jungfrauen der Stadt. Ihre Anführerinnen wa⸗ ren Anna Knipperdolling und Margaretha Moderſon. Sie geleiteten die ſchöne Diwara ihrem neuen Gemahl ent⸗ gegen. Hilla, die ſchwärmeriſche Wiedertäuferin, trug ein Gefäß voll köſtlichen Oels.—„Willſt Du nicht den Kö⸗ nig weihen, wie Samuel gethan?“ fragte ſie den alten Duſentſchuer. Der Greis, der kaum mehr zu ſich kam vor Todesfurcht und wahnſinniger Begeiſterung, erwie⸗ derte haſtig:„Ich will, ich will; gib die köſtliche Salbe aus Narden!“
Hierauf goß er das Oel über dem Haupte des knieen⸗ den Bockelſon aus, und ſprach dabei die Worte:„Ich ſalbe Dich im Namen Gottes und auf göttlichen Befehl zum König, und rufe Dich vor dem ganzen Volke als Zions Herrſcher aus!“
Zur ſelben Zeit ſielen auf dem Domplatze Mollenhecke's und ſeiner Freunde Häupter.
Mit freundlichen Blicken neigte ſich aber der Konig zu Diwara, fragend: Willſt Du jetzt mit mir den gol⸗ denen Ring tauſchen, und ſoll Rottmann über unſere ver⸗ einten Hände den Segen ſprechen 2“
Worauf Diwara:„Liebſter, eile, es zu befehlen. Ich fürchte, daß dieſer ſchöne Traum verrinnen möchte; ein Traum, der meiner Jugend Erinnerung auffriſcht; denn Du biſt es, den mir mit Kron' und Scepter die alte Meert im Spiegel zeigte.“
MUnd meine Mutter!“ ſagte der König:„hat ſie nicht die Wahrheit geredet? Wer zweifelt noch an Verheißung und Prophetenſpruch?“— Er nahm den Wittwenſchleier von Diwara's Haupte, zum Volke ſprechend:„Seht hier eure erſte Königin!“
Dann wendete er ſich ſchnell zu Anna Knipperdolling und Margaretha Moderſon:„Wie könnte ich eurer Vä⸗ ter Dienſte würdiger belohnen, edle Jungfrauen, als in⸗
Der Konig von Zion. M. 15


