dem ich euch an meine Seite, zu meinen königlichen Ge⸗ mahlinnen erhebe?2“
Knipperdolling, noch erhitzt von ſeiner Arbeit auf dem Domplatze, trat herzu, neben ihm Moderſon, der einfältige Metzger. Sie riefen:„Mein König! wir ſind nicht würdig, daß Dein Blick auf uns falle; es geſchehe nach Deinem Willen!“
Diwara ſtand verſteinert, wurzelnd in dem Boden. Die Jungfrauen ließen ſich erröthend auf ihre Kniee nie⸗ der, und beugten ihren Nacken, des Königs Gewand kuͤſ⸗ ſend. Er küßte ſie jedoch auf die Stirne mit den Wor⸗ ten:„So wollen wir, ein königlich Geſchlecht in Zion, der Welt beweiſen, wie wir den Geſetzen uns unterwerfen. Hier unterm freien Himmel, wie die Patriarchen ihre Ehen ſchloßen, wollen wir auch die unſerige einſegnen. Rottmann, als königlicher Redner, verſieh Dein Amt. Betet, ihr Söhne und Töchter der wahren Chriſtenheit! Betet, befehl' ich euch, und ſeyd weiſe! Des Königs Grimm— ſo ſteht's geſchrieben— iſt ein Bote des To⸗ des, und nur ein Weiſer und Geduldiger vermag ihn zu verſöhnen. Wenn aber des Königs Angeſicht frenndlich iſt, das iſt Leben, und ſeine Gnade iſt wie ein Abend⸗ regen!“
Ende des zweiten Bandes.


