Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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zukommen, ſprühten aus ihren Blicken, ſchmähten aus ihrem Munde.Biſt Du der Schelm, der unſere Vater⸗ ſtadt zu Grunde richtet, und in ein Gomorrha der Zucht⸗ loſigkeit verwandeln will? lärmte Mollenhecke wie ein Raſender, indem er den Propheten zu Boden warf. Ein anderer Bürger, derange Koch genannt, ſchnürte ihm die Hände mit Stricken zuſammen. Nicht beſſer erging es dem Duſentſchner und dem Bluſt.Kommt, kommt, ihr Türken, kommt, ihr Geſandten des buhleriſchen Sa⸗ tanas! ihr Ritter der Vielweiberei! Kommt, daß wir euch in den Schatten ſetzen, bis der Biſchof euch auf den Roſt legt! ſpotteten die Aufrührer, und trieben mit Schlägen und Stößen ihre Gefangenen vor ſich her in denſelben Kerker des Rathhauſes, worinnen ſchon Rotger, aber nebſt ibm mehrere der Prediger und Aelteſten ſaßen. Denn die Kunde von dem neuen ſo befremdenden Geſetze, ſo wie die Nachricht von einer entdeckten Verſchwörung des Mollenhecke durchliefen Hand in Hand alle Gaſſen, und brachten die verſchiedenartigſte Aufregung hervor. Alle Bürger bewaffneten ſich; viele Weiber, die ihres Ehe⸗ ſtands müde geworden waren, miſchten ſich mit Zunge und Fauſt in den Streit. Sie waren es, die zuerſt in engen Gaſſen die Anhänger des Mollenhecke aufhielten, während an einem andern Orte Gerlach von Wulen und

Lambert Leodius von den Verſchwörern hart bedroht⸗wur⸗

den. Dieſe Weiber waren es, die zuerſt, trotz der Ku⸗ geln und Pfeile, die in den Gaſſen flogen, mehrere ſchwere Geſchüße auf den Markt ſchleppten, um das Rathhans zu beſchießen, das Mollenhecke und die Sei⸗ nigen beſetzt hatten. Dieſe leßteren und die Gegner der Vielweiberei hatten auf manchen Plätzen die Oberhand gewonnen, und ſchmeichelten ſich mit einem baldigen voll⸗ ſtändigen Siege, weil Vernunft, Sittlichkeit und Ord⸗ nung auf ihrer Seite zu ſeyn ſchien. Sie unternahmen, den Markt von dem Geſindel zu ſäubern, und drängten