Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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auf ſeine Landsleute zu ſchießen, zumal da ſein Vater mit uns eingeſchloſſen die Flucht ergriffen, und wurde von uns aufgenommen. Ich befahl, weil ſein Vater etwas bei mir gilt, den Sohn mit Nahrung, Kleidern und Waf⸗ fen ans den Gemeindevorräthen zu verſehen. Ich hätte für meinen eigenen Sohn nicht beſſer geſorgt. Was thut aber nun der Gottloſe? Er treibt ſich um in Schenken und Wachtſtuben, auf Gaſſen und Märkten, und erzählt die ſchändlichſten Dinge von meinem Leben zu Leyden, ſtellt mich dar als einen Betrüger, Mörder, und als einen, der ſein Weib böslich, im Mangel verlaſſen. Noch mehr: er hetzt ſeine Freunde auf, mir als unerlaubt an⸗ zurechnen, daß ich, ſchon beweibt, im Begriffe ſtehe, Mat⸗ thieſens Wittib zu ehelichen. Dieſe Schmähungen kann ich nicht dulden, und bitte Dich, daß Du uuverweilt in das Haus zum Falken geheſt, wo der Bube ſich aufhält, und ihn verhafteſt. Ueber das Fernere werden die Ael⸗ teſten entſcheiden.

Verlegen erhob Rynald die Einrede:Warum wählſt Du gerade mich, der ich mit Rotger Salz und Brod ge⸗ geſſen, unter einem Dache geſchlafen? Sind die Traban⸗ ten Knipperdollings nicht hinreichend, dieſe Verhaftung zu vollziehen, und was erwarteſt Du vom Spruch der Aelteſten? Die Lügen Rotgers magſt Du verachten: die Urtheile aller Gerichtsſtühle der Welt ſind aber nicht vermögend, die Wahrheit zu entkräften. Und es iſt doch wahr, daß Du zu Leyden eine Frau zurückgelaſſen; und wenn Du, was ich nicht glaube, wirklich im Sinne hät⸗ teſt, Matthieſens Wittwe zu Deiner Gattin zu erwählen, ſo würdeſt Du eine Sünde begehen. Wer weiß das beſſer, als Du?

Ich brauche Deine Lehren nicht, Magiſter von Straß⸗ burg, erwiederte der Prophet hochmüthig, während ſeine Augen unheimlich funkelten:Wenn ich Dir aber ſage, daß noch heute Diwara, nach dem ewigen wunderbaren