Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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Rathſchluſſe des Vaters, als meine Ehefrau mir ange⸗ traut werden ſoll? Wenn ich Dir ſage, daß, weil ſeit Chriſtus kein ächter Prieſter auf Erden geweſen, alle Ehen bis daher, gleich der Taufe, ungültig, heillos, un⸗ chriſtlich zu nennen ſind? Wiederholſt Du noch, daß ich zu Leyden geſetzlich gebunden ſey?

Dieſer unerwartete Angriff verblüffte den ehrlichen Schwärmer Rynald. Er begriff in ſeiner ſchlichten Ver⸗ nunft, welch fürchterlichen Abgrund dieſe treuloſe Schrift⸗ auslegung wieder aufreißen würde, und ſchwieg vor Schre⸗ cken. Jan ſammelte ſich indeſſen, ließ den Faden fallen, und warf nur hin:Es ſchmerzt mich, daß Du Dich des Dienſtes weigerſt, wozu ich Dich aufforderte. Gewißlich fehlt mir's nicht an Händen, die bereit ſind, meine Ge⸗ bote anszuführen. Schade aber um den guten Rotger! Des Schwertführers Knechte werden ihn ſchlimmer be⸗ handeln, als Du, ſein Bekanuter, thun würdeſt. Das Volk wird ihn vielleicht nicht lebendig bei dem Rath⸗ hauſe ankommen laſſen. Und ich wäͤre ſo geneigt, dem Unbeſonnenen wohl ſtatt wehe zu thun!

Wenn dieſes Dein Wunſch iſt, Jan Bockelſon, ſo will ich Deinen Befehl vollziehen! rief der Fähndrich ſchnell eutflammt von der Begierde, Frevel und Unglück zu verhüten,Ich gehe, ich bringe Dir den Geſellen. Aber verſprich mir, daß Du ihm gnädig ſeyn wolleſt.

Ich gelobe es, bei Matthieſens Angedenken! Geh' indeſſen ſchnell, mein Lieber. Ich höre die Stimmen der Aelteſten, die ſich bei mir verſammeln werden.

Ein guter, aber zudringlicher Schulfuchs! ſpottete Jan halblaut hinter dem jungen Manne drein. Dann ſchlich er zu ſeinem Kaſten, nahm aus einer Flaſche deſ⸗ ſelben einen guten Theil des aufregenden Gewürztranks, den ſie enthielt, und wartete, geſtärkt und geſpannt, ſei⸗ ner Räthe, der Aelteſten des nenen Zion. Sie erſchie⸗ nen, in einer Reihe auftretend, trugen lange Röcke,