Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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umher. Es war ein blinder Lärm, daß ein Heer unſerer Brüder ſchon in der Nähe von Münſter geſehen wor den ſey.

Es war eine Nachricht von Iſelmud, murmelte Jan für ſich; dann fragte er laut:Was hörteſt Du von dem Schreiner Berendt Moſer 2

Der Oberſt Münſter war ein Zeunge ſeines Todes. Iſelmud ſoll ihn verrathen haben, da er ein zweitesmal mit Botſchaft von Matthieſen die Stadt verlaſſen hatte. Der Biſchof ließ ihn ſoltern und verbrennen; juſt am Vorabend des Tags, da Matthieſen endete.

Die Zufriedenheit brach nicht undeutlich aus den Schat⸗ ten hervor, womit der Seher von Leyden ſein Geſicht zu überziehen verſtand. Er wendete ſich halb von dem Fähn⸗ drich ab und ſeufzte:Wir ſtehen alle in des Herrn Hand. Aber die Letzten ſollen die Erſten werden. Nun zu Deinem Geſchäft, mein Freund und Bruder, fügte er, vom Tert abſpringend, hinzu.

Ich werde das Manifeſt getreulich entwerfen, und Dir vorlegen, ſagte Rynald, der den Propheten begriffen zu haben glaubte. Aber Jan ſchüttelte ungeduldig den Kopf.Das iſt nicht, was ich meine. Du ſollſt mich an einem Undankbaren rächen, und zwar ohne Säumen.

Wenn ich's vermag... 26 bemerkte Rynald, ſtutzend, dieſen Mann Gottes von Rache reden zu hören.

Kannteſt Du nicht zu Leyden den Webergeſellen Rot⸗ ger Duſentſchner? Nun, dieſer Menſch iſt hier als ein Ueberlänfer angekommen. Des Biſchofs Amtmann hatte ihn gezwungen, an den Gräben und Dämmen zu frohnen, womit der Feind ſchon vergeblich verſuchte, un⸗ ſern Wällen nahe zu kommen. Nachdem dieſe Tollheit des Werkmeiſters Offerkamp durch unſern Muth und un⸗ ſere Wachſamkeit vereitelt worden, haben die Hauptleute im Lager den Rotger zu den Musketenſchuͤtzen gezwungen. Bald darauf hat er vorgebend, es ſey ihm ein Gräuel,