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beim Biſchof, aber in der That iſt er ein Spion des Waldeck bei Dir und in dieſer Stadt.“
„Was Du ſagſt! Er befindet ſich eben hier, und hat mir Gold für den Buben Chriſtoph geboten, das ich ver⸗ weigerte. Er wird noch heute mit einem Manifeſte an alle Völker der Erde zurückgehen. Du ſollſt das Mani⸗ feſt verfaſſen. Du biſt gelehrt und in der heiligen Schrift wohl bewandert. Ich bin nur ein ſchlichter Handwerks⸗ mann, und meine ganze Kunſt beſteht darinnen, ein paar läppiſche Verſe zu machen.— Weißt Du denn etwas Sicheres von dem Iſelmud2“
„Er ſoll mit dem Schmied Mollenhecke, der Dich haßt, weil Du in Münſter befiehlſt, im Einverſtändniß ſeyn. Hundert Bürger ſeyen Willens, den Biſchof in die Stadt zu laſſen. Man murmelt von einem Mönche, der ſich hier verberge, der von einem geheimen Gange Kenntniß häbe de
„Schon gut, mein Bruder. Da wir bereits den Monch und den unterirdiſchen Gang aufgeſpürt haben, ſo bleibt uns nur übrig, den Mollenhecke beim Kopf zu neh⸗ men. Die andern hundert ſterhei dem Geiſte nach ab, ſobald ihr Vordermann der Strafe verfällt. Ich danke Dir wieder im Namen Zions. Du biſt ein Biedermann. Ach, wie ſie Dich verketzern! wie ſie Dich als einen un⸗ zufriedenen Tuckmänſer verſchreien! Wenn ich nicht feſt wie Eiſen zu Dir hielte!... nun, ich werde Dich nie verlaſſen, denn Du biſt der wackerſte Iſraelit, und opferſt Dich dem allgemeinen Wohle!“
„Ja, Bockelſon, ich thue es mit voller Seele,“ ſagte Rynald treuherzig, und auf ſeine Lippen kam Vertrauen und Wahrheit,„ich thue es um einer beſſern Zukunft willen. Ich ſehe meine Hoffnungen auf Dich. Du, ein geborner Lenker des Volks, wirſt es zum Guten' len⸗ ken. Freiheit und Tugend müſſen in Deutſchland herr⸗ ſchen, nicht der willkürliche Menſch, nicht das kalte Scep⸗ Der Konig von Zion. II. 1⁴


