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liegt er zu Wollbeck im Kerker, bis der Biſchof ihn ſelbſt verhört haben wird. Der Graf iſt wegen des Verluſts ſeines Sohns in den tiefſten Schmerz verſunken und zu jedem Geſchäft unfähig.“
„Ein zärtlich Vaterherz! Hätte ich doch nicht geglaubt, daß in eines Tyrannen Bruſt die Liebe für den Sohn ſo mächtig ſeyn könnte. Deſto beſſer. Selbſt gegen den braven Ramers würde ich den Chriſtoph nicht auswechſeln.“
„Er lebt alſo noch, Bockelſon? Das Schwert hatte noch nicht über ihn Gewalt? Rechne auf meinen getreueſten Dank, wenn Du den Unſchuldigen erhältſt.“
Jan lächelte wieder ſpöttiſch, ſeinen Kopf hin und her wiegend; dann ſagte er:„Dankbarkeit iſt ein köſtlich Ding, aber ſeltener als der Karfunkel.— Ich verdiene mit ſauerm Schweiße Deine Erkenntlichkeit. Sie ſchreien Alle nach dem Blute des Knaben; ſie ſchreien auch gegen Dich, und wollen nicht glauben, was Du von ihm aus⸗ geſagt haſt. Ich mußte ſchon mein ganzes Anſehen gel⸗ tend machen, um den wilden Knipperdolling und den Ger⸗ lach von Wulen zum Schweigen zu bringen. Der Aelteſte des Volks, der von Wulen, iſt Dir gram, mein Bruder. Warum?“
„Ich„ich weiß es nicht, Bockelſon,“ verſetzte Ry⸗ nald zaudernd.— Jan blickte ihn ſcharf an; dann ſtellte er ſich betrübt, indem er fortfuhr:„Was gehen mich Eure kleinen Zwiſtigkeiten an? Hat nicht ein Jeder auf Erden ſeine Feinde? Fehlt es mir, dem Freunde Gottes, an bittern Gegnern?— Deine Dankbarkeit, mein Bru⸗ der, iſt mir wohlgefällig wie Balſam. Der Undank ſchmerzt aber in der tiefſten Seele. Ich blute eben jetzo aus den Wunden, die mir der Undank ſchlug. Du biſt werth, mich zu rächen, dankbarer Rynald.“
„Wie es Dir gefällt, Bockelſon. Laß mich zuvor meine Aufträge vollenden. Der Oberſte warnt Dich vor dem Hauptmann Iſelmud. Er ſpielt für Dich den Spion


