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Rynald ſeßzte ſeine Meldung fort:„Es iſt unläugbar, daß die Fürſten ſchadenfroh der Noth des Biſchofs zu⸗ ſehen; zugleich ſind ſie an Allem gehindert, weil das Volk in ihren Landen ſich rührt, und die ganze Welt auf unſerer Stadt glorreichen Widerſtand achtet, als auf ein von oben gegebenes Exempel.— Es iſt wahr, und iſt mir von dem Oberſt beſtätigt worden, daß die Sol⸗ daten des Biſchofs durch keine Verſprechungen ſich wollen bewegen laſſen, noch einmal einen Sturm auf die Stadt zu unternehmen. Der letzte Anfall, an dem nach und nach alle Schaaren des Feindes Theil genommen, und der für dieſelben ſo unglücklich ablief, hat viel Schrecken ver— breitet, denn er koſtete ſehr viele Leute.— Dennoch würde ich rathen, nur mit größter Vorſicht die Anführer Ger⸗ hard Münſter und Albert Beltz mit den Ihrigen in der Stadt aufzunehmen. Mich düukt, daß ſie weniger un⸗ ſern Nutzen im Ange haben, als vielmehr ihren eigenen. Sie wollen zwar nicht dem Biſchof die Stadt verrathen, denke ich, aber ſie möchten dieſelbe an ſich bringen, und als ein Pfand behalten, das ihre Anſpruͤche an den Wal⸗ deck zu ſichern hinreichte. Ich glaube nicht, mich zu be— trügen, kluger Bockelſon.“
„Du ſprichſt weiſe, mein Bruder. Doch ſoll unſere Sorge ſeyn, die Mannſchaft von den Führern zu trennen. Es iſt leicht, über Vernneinigte zu herrſchen. Deine Rach— richten erheitern meinen ſorgenvollen Kopf; ich lobe Dich. Wie ſteht es aber mit Hermann Ramers? Sie halten ihn gefangen zurück?“
„Das iſt eine dunkle Geſchichte,“ entgegnete Rynald achſelzuckend,„der Feldoberſt weiß ſelbſt nichts Genaues davon. Das Gerücht ſagt, Ramers ſey mit einem Briefe von unbekannter Hand an die Vorwachten gekommen, und habe ſich nach Ueberreichung des Zettels, der von Matthieſens tollkühnem Ausfall handelte, wieder entſer⸗ nen wollen. Doch hielt man ihn feſt, und noch heute


