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dem Biſchof einſt Dank ſchuldig geworden, verſprochen gehabt hätte, den Junker entweichen zu laſſen; ich bat um die Friſtung ſeines Lebens. Der Prophet ſagte mir ſie zu. Aber— ſeit ich abweſend, haben, wie ich höre, die Hinrichtungen begonnen, und wer weiß, ob nicht auch jenes blondgelockte Haupt...2 ich kann's nicht voll⸗ enden.“
„Betrübte Zeit, betrübte Zeit!“ ſeufzte auch der Ma⸗ ler,„was man nicht Alles erleben, was man nicht Alles thun muß! So wie Du mich hier ſiehſt, liebſter Rynald, bin ich ein Hofmacher geworden. Und bei wem ſchranze ich Tag für Tag? Bei dem geſtrengen Kuipperdolling, auf daß er mir gewogen bleibe, und nicht plötzlich irgend eine Anklage auf meinen und Angela's Kopf herabſchneien laſſe; denn einer der Aelteſten— Du weißt, wen ich meine— iſt mir gar nicht mehr grün, ſeit ich ſeine Ab⸗ ſichten auf die Tochter wieder in's Weite ſchob.“
„Ha!“ fuhr Rynald auf,„ſo lange ich lebe...!“
„Pſt, pſt, behalte es für Dich, und ſieh' ſelbſt zu, daß Du nicht falleſt. Man ſagt zwar, Du ſeyeſt in viele Heimlichkeiten des Richters eingeweiht,— aber, lie⸗ ber Schatz, deſto ſchlimmer. Wer zu viel weiß, wird endlich ſeinen vertrauten Herren überläſtig. Das ſagte geſtern erſt die grundgeſcheute Schwiegermutter zur Roſe, bei der wir jetzo wohnen, da der bäueriſche Gograf von Schoppingen als wie ein Kavalier eins der Domherren— hänſer mit ſeiner Sippſchaft bezogen hat. Wir leben in der Aegidienſtraße, als wie die Mäuslein in ihrem Reſte, ſtill und verſchloſſen. Am Markte war's um des Auf⸗ ruhrs willen und von wegen der Nachbarſchaft des Herrn von Wulen nicht mehr recht geheuer, und die alte Frau bedarf der Pflege ſo ſehr! Ich habe ſie recht verkannt, die gute Altmutter.“
Lüdger wiſchte ſich die naſſen Augen. Indeſſen guckte Peter Bluſt's Marmorgeſicht aus Knipperdollings Thüre,


