Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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des Herrn von Wulen Bürgermeiſterſchaft in Nichts zer⸗ ronnen.

Rynald ſchüttelte traurig das Haupt. Mußte ich, der ich Eurer Tochter ſo viel Argwohn bewieſen, nicht fürchten, ſie möchte meiner Biederkeit mißtrauen, wenn ich ihr den wahren Hergang der Sache erzählte? Sie würde mich für einen böſen Menſchen gehalten haben, der aus Rachgier freiwillig gethan, wozu ihn nur das bittere Ungefähr gezwungen. Ich bitte Euch, redet Ihr nicht davon. Ich bin ſehr unglücklich, lieber Meiſter.

Tröſte Dich; wir ſind es Alle. Ach, wie ſind mir die Schuppen von den Augen gefallen, Rynald? Aber der junge Edelknecht.. 24

Das Schlimmſte kommt. Sein Leben hing an einem Haare. Vor kurzen Tagen iſt der Schwertführer in das Kloſter gekommen, das ſeit unſern letzten ſiegreichen Aus⸗ fällen, namentlich ſeit dem Sturme, den die betrunkenen Gelderer auf die Stadt verſuchten, und worinnen der Feind insgeſammt ſo grauſam auf's Haupt geſchlagen wurde, mit kriegsgefangenen Biſchofsknechten angefüllt iſt. Knip⸗ perdolling hat verlangt, daß je der zehnte Mann von ihnen den Tod erleiden ſolle, und, da inzwiſchen durch die Soldaten ſelbſt ausgekommen, daß der Junker Chri⸗

ſtoph ein Sohn des Biſchofs, ſo hat der Schwertführer

auch ihn auf die Liſte der zum Tode Beſtimmten ge⸗ ſchrieben, damit dem Grafen Waldeck der empfindlichſte Herzſtoß verſetzt würde.

Gräulich, unbarmherzig! aber laß mich ſchweigen, Rynald, daß nicht ein unwillkommener Nachbar höre, was zu ſagen nicht räthlich iſt. Lüdger ſah ſich erſchrocken um, ob ſeine Worte nicht gehört worden wären.

Ich hatte nur einen Ausweg, fuhr Rynald leiſer fort,ich lief zu Jan Bockelſon, den ich kenne, der mich einſt freundlich behandelte. Ich erzaͤhlte ihm, ohne Eurer und Angela's zu erwähnen, daß ich einem Freunde, der