Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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Behagen floß über ſein eingefallenes Geſicht:Sage mir nur, wo Du ſteckſt, was Du treibſt? Die arme Angela und ich, ihr ärmerer Vater, haben uns ſchon die Angen aus dem Kopfe geſehen, ohne Deiner zu gewahren? Iſt das nicht ein trauriger Bräutigamsſtand, den Du führſt? Du biſt unſer einziger Troſt, und verläſſeſt uns ſo ganz und gar?

Jch war mehrere Tage abweſend, hatte eine Sen⸗ dung auszurichten, antwortete Rynald mürriſch. Aber der Maler ließ nicht nach.Zählen wir denn Dein Ver ſchwinden von unſerer Seite, Deine Abweſenheit von un⸗ ſerem Hauſe nur nach Tagen? fragte er,es ſind der Wochen etliche vergangen, ſeit wir Dich zum letztenmale geſehen.

Mit ſich ſelber uneinig, aber endlich überwunden, ſprach Rynald:Ich will Euch nur geſtehen, Meiſter, daß ich nicht den Muth habe, Eurer Tochter in's Auge zu ſehen. Ein Kummer, eine Lüge, wenn Ihr wolt, frißt mir das Herz ab. Ich habe die gute Angela hin⸗ tergangen, und achte mich daher ihrer nicht würdig.

Lüdger erſtaunte ſehr, und forſchte weiter. Rynald ergriff ſeine Hand, um ſein Bekenntniß zu vollenden. Ihr ſeyd nachſichtig, Meiſter, begann er:laßt mich Euch vertranen, was mich belaſtet. Ich kann nicht zur Ruhe kommen, ohne eine aufrichtige Beichte, und folge auch daraus, was da will. Erinnert Euc der Nacht, da der junge Tollkopf von mir in Enrem Hauſe gefun⸗ den wurde. Angela machte mir's zum Geſetz, ihn aus der Stadt zu bringen; ich gelobte es, und ſtellte mich dann, als hätte ich Wort gehalten. Aber dem iſt nicht ſo. Der Knabe iſt noch hier, hier in Feſſeln, und der Allmächtige weiß, welch Schickſal ihn bereits ereilte.

Herr meines Lebens, was ſagſt Du? Ei, ſo erzähle, wie das geſchah. Du haſt doch nicht in wilder Neben⸗ buhlerei den armen Jungen ſelbſt zur Schlachtbank geliefert?