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undentlich wurde von Verrath und Mord geredet. Es ging auf hundert Zungen die Sage umher, in der ver⸗ wichenen Nacht ſey ein Bürger au den Feldoberſt Ste⸗ dingk geſchickt worden, demſelben anzuzeigen, daß der Pro⸗ phet kommen würde, ſich blindlings in des Feindes Hand zu liefern. Andere ſchwatzten, Matthieſen ſey durch einen Brief getäuſcht worden, worinnen ihm eine mächtige Hilfe verheißen geweſen.— Das Volk weiß oft um den wah⸗ ren Zuſammenhang einer Sache, ohne angeben zu können, wie und durch wen es zuerſt zu der Kenntniß gekom⸗ men iſt.
Jan Bockelſon machte all dieſem Geflüſter und Mur⸗ ren noch am Abend ein Ende. Auf dem Domplatze hieß er das heimkehrende Volk ſtehen, beſtreute ſich Haar und Bart mit Staub, zerriß ſein Kleid, und rief wehmüthig: „Trauert wie ich, um den Sohn Zions, denn ein wackeres Rüſtzeng iſt mit ihm dahingegangen! Aber freuet euch dennoch mit mir, weil Gott ein großes Zeichen ſeiner Würde gegeben.— Zwei konnten nicht herrſchen neben⸗ einander. Der dem Herrn Wohlgefälligſte ſollte der Herr⸗ ſcher ſeyn. Matthieſen, ſtärker und weiſer als ich, hatte die Wahl. Er war zum Siege beſtimmt. Wie kam es aber, daß er der Frömmigkeit weniger, als der Tapfer⸗ keit zeigte? Das iſt ein unerforſchlich Geheimniß. Je⸗ doch— ſtatt dem Herrn allein zu vertrauen, hat er auf ſeinen Muth und die Hilfe der Menſchen gepocht. Er hat nicht die Ehre Gottes geſucht, er hat nicht Bet⸗ und Faſttage ausgeſchrieben im Volke, er hat nur nach leerem Ruhme gehaſcht, und vergeſſen, von wem die Kraft und Stärke allein zu erwarten. Darum— zum Beiſpiel für Andere, und für mich, Matthieſens unwür⸗ digen Nachfolger, hat der Vater geſtraft, wo er gerne belohnt haben würde.— Fürchtet den Herrn, ihr Brü⸗ der, und ſeine Gebote!“
Jan bückte ſich, ſchüttelte den Staub von ſeinem


